Soziale Netze


7. Oktober – Zum Tag der Republik

Wolfgang Anders


7. Oktober – Zum Tag der Republik

Mein persönlicher DDR-Nachruf

von

Wolfgang Anders

Leipzig
2017

Heute, vier Tage nach dem seltsamen 3. Oktober – der mit der sogenannten Wiedervereinigung – erinnern wir an den Tag der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik im Jahre 1949.
Im Sowjetischen Sektor Berlins, der besetzten Reichshauptstadt.

Als erstes benennen wir hier die Lüge von der Wiedervereinigung.
Julius Schoeps, ein westdeutscher Historiker, soll in den 50ern gesagt haben: „Ohne Preußen keine Wiedervereinigung!“
Somit hat sich das Thema Wiedervereinigung erledigt.

Der geradezu lächerliche 4 + 2 Vertrag wird erstaunlicherweise recht selten angerufen – so als hätte ohnehin keine Bedeutung.

Somit -zweitens – steht diese angebliche Bundesrepublik auf recht dünnen Füßen.

Drittens haben wir hier und heute politische Verhältnisse, die wir alle wohl nie haben wollten.

Es offenbart sich ein Katzenjammer allererster Güte: gesellschaftlich auf allen Gebieten, ob wirtschaftlich oder juristisch, außenpolitisch, ja selbst militärisch, aber auch moralisch und ethisch.

Nach 27 Jahren des Hin und Her, rein und raus, hoch und runter in Politik und Wirtschaft, zeigen sich alle Verfallserscheinungen des faulenden Imperialismus.
Dabei wird dieser Imperialismus (Ich erinnere an die Kapitalismus/Imperialismus-Definitionen von Marx, Lenin, Dimitroff und anderen, ohne die hier diskutieren zu wollen.) immer aggresiver, verlogener und gefährlicher für jedermann.

Beispiele gefällig?

Den „immerwährenden“ sogenannten NSU-Prozeß möchten wir hier ausdrücklich nicht kommentieren – obwohl die Schuld-Konstruktion gegen Beate Zschäpe (keine Sympathie-Trägerin) wohl ähnlich liegt…

Auf dem Gebiet der Jurisdiktion mutieren unbewiesene Indizien zu Beweisen mit zum Teil folgenschweren Gerichtsbeschlüssen, Strafen und Eingriffen in Schicksale von mehr oder weniger unbeteiligten Menschen.
Laut hiesiger Lügenpresse wurde eine junge Frau zu über zwei Jahren Haft verurteilt – für nichts!
Sie sei schuld am Tode von zwei Menschen…

Soweit wir den Fall überblicken, hat diese Frau niemanden getötet, keinen aufgefordert zu töten, niemanden dazu gezwungen, irgend eine Straftat zu begehen.

Sie hat sich eine Lügengeschichte zurecht gelegt, um die Zuneigung von einem älteren Manne zu erhalten.

Eine Geldgeschichte…ja, die Geschichte vom Reiterhof Knauthain, südwestlich von Leipzig.

Seit Adam und Eva soll es sowas schon mal gegeben haben…

Fiat justitia pereat mundus.

Gerechtigkeit muß sein, aber für wen?

Für wen wird hier eine ausgleichende Gerechtigkeit geschaffen?

Für mich nicht, für meine Familie nicht – es geht uns einfach nichts an.

Beim besten Willen kann ich keine Kausalkette zwischen den Aussagen der jungen Frau und den Straftaten (Ein Mord und ein Selbstmord!) erkennen.

Wenn der alte Bock aus Österreich sich getäuscht fühlte, ist das allein seine Sache.
Keiner hat verlangt, sich zu verschulden und aus Rache einen unbescholtenen/unbeteiligten Reiterhofbesitzer zu erschießen.

Vielleicht hatte die Leipziger Justiz gerade nichts zu tun?

Wir haben da so unsere Bedenken…

…ein junger Mann wird in Leipzig (LVZ online berichtete.) verhaftet, weil er einen gemeldeten Autobrand filmen wollte, der aber keiner war, sondern nur eine Finte, eine Falle, eine Ente, was der zuständige Staatsanwalt und der Ermittlungsrichter nicht erkennen konnten (-oder wollten?).

Ergebnis? Drei Wochen Untersuchungshaft, Verdienstausfall, Probleme mit dem Arbeitgeber – man gönnt sich ja sonst nichts!

Ein Konkurrent hat ihn verzinkt – war aber nur Spaß. Der wollte nur spielen…

Meine Frage lautet: Wer will hier wen unter Druck setzen, damit sich keiner wehrt, keiner die unmöglichen Verhältnisse in der großen Politik beobachtet und demokratische Verhältnisse einfordert?

Die haben doch alle Hände voll zu tun, da oben!

Die bekommen noch nicht einmal normale Koalitionsgespräche auf die Reihe.
Worauf warten die?

Auf besseres Wetter oder auf bessere Wahlergebnisse?
Die waren doch schon optimal – oder optimiert?

10 % für eine nicht vorhandene FDP-Die Liberalen!

Ein Christian Lindner kommt aus den Startlöchern wie bestellt, wie unter Strom und spielt sich auf wie Graf Koks von der Gasanstalt!

Ein Kumpel sagte, daß die AfD in Deutschland gut und gerne auf dreißig Prozent hätte kommen müssen…

Aber so haben doch die Experten ganze Arbeit geleistet – die haben die Rechner solange malträtiert, bis die Zahlen in Anlehnung an die Hochrechnungen passten.
Passt scho!

Als alter Ossi sage ich zum Tag der untergegangenen DDR: Da hätten wir auch die DDR behalten können.
Als Wahlbeobachter zur Kommunalwahl im Frühjahr 1989 habe ich auch schon kleinere Unregelmäßigkeiten beobachtet. Im Wahlbüro und im Gespräch danach.

Als wenn es eine Rolle gespielt hätte, ob die Funktionäre nun mit 99,88 Prozent oder „nur“ mit 88,99 Prozent gewählt worden wären…

Diesen Scheiß-Westen hätten wir – weiß Gott! – nicht gebraucht.

Und wirtschaftlich?

Erst recht nicht!
Was zu beweisen wäre.
Kann ich hier mittels einiger Zeilen im stets kontrollierten Lügen-Netz auch bloß nicht.

Aber schöne Beispiele habe ich immer parat.

Vorvorgestern im West-Fernsehen…Pardon, im MDR!

„Wem gehört der Harz?“
Irgendein Nest dadorten und ein paar Harzer Roller gründeten einen Verein und übernehmen eine historische Ruine.
Dieses Objekt hatte die sogenannte Treuhand (Später unter der hochverdienten Birgit Breuel, die verdiente Abrißbirne des Volkes!) für eine D-Mark an einen Wessi verkauft.
Sodann wurde dieses Objekt fein marktwirtschaftlich hin- und herverkauft und verfiel immer weiter…

In der Hand von diesen unverbesserlichen Ossis aber wurde es nun schon neu eingedeckt und ein Seitenflügel renoviert und mit Leben erfüllt…

Diese Ossis aber auch…
…wollen immer nur arbeiten, denken nie mal ans Geschäft.

Der Dommitzscher Bahnhof in Dommitzsch an der Elbe wird in der Hand von Einheimischen ebenfalls wieder mit Leben erfüllt und die Schienen nach Pretzsch wieder fahrbereit gemacht.

Die Deutsche Bahn hatte diese Strecke nach der Wende eingestellt.

Wozu brauchen wir dann noch die ganze Bürde an Politiker, Juristen, Besserwessis und andern Dummköpfen?

Einen handfesten Landrat auf kommunaler Ebene möchte ich da noch akzeptieren, wie seinerzeit den Czupalla von Delitzsch und Nordsachsen…
(Der hat mich in „Diehm“ noch persönlich begrüßt…sowas verbindet ähm.)

Aber auch die Kirche steht in der Kritik – wenigstens hier!

„Die Todfeinde des deutschen Volkes sind Judäa und Rom!“

Das ist nur ein Zitat und noch dazu rund 100 Jahre alt. Deshalb kann es auch nicht von mir sein. Das hier ist zwar keine Satire auf dem Nivea eines Herrn Bimmelmann, oder wie der heißt, aber es ist ein Zitat, was ich keineswegs gutheißen kann.
Ich würde auch das Gegenteil behaupten, wenn ich denn davon überzeugt wäre.

Die Kirche, das ist für mich der Kirchenapparat („Apparat bleibt Apparat!“ sagte einer, und meinte den Vergleich zum DDR-Parteiapparat!), gleich welcher Konfession.

Und dieser Apparat steht nicht für und zu seinen Gliedern, seinen Schafen.
Er ist überall vertreten, überall mit drin, will alles mitbestimmen und immerzu missionieren.
Und kassieren!
Wie zum Katholikentag 2016 in Leipzig.
Darauf bezieht sich das 11. Gebot „Du sollst Deinen Kirchentag selbst bezahlen!“

Als chronischer Literat kann der Autor dieses kleinen DDR-Nachrufs hinzufügen, daß dieses Gebot höchstwahrscheinlich von einem der Evangelisten stammt, der auch als Thomas der Ungläubige bekannt ist.

Nein, diese hiesige christliche Kirche, ob evangelisch oder protestantisch, biedert sich in für mich unverständlicher Weise den Eindringlingen aus aller Herren Länder an.

Der Islam gehöre zu Deutschland, wurde schon vor Jahren gepredigt.
Der CDU-Versager Christian Wulff brachte diese Aussage in die Politik und scheiterte mit ihr.
Heute könnte er sich darauf berufen.

Auch diese Glaubensprobleme kannten wir in der DDR nicht.
Gott sei Dank! Kann ich da als alter Materialist nur sagen.

Obwohl – wir hätten es wissen können und sollen!

In einer DDR-Weiterbildungsmaßnahme hörten wir eine Aussage über einen möglichen Bundespolitiker als Kanzlernachfolger nach Helmut Schmidt. Ein Gerhard Stoltenberg aus dem westdeutschen hohen Norden wurde genannt.
CDU-Politiker, zeitweise bundesdeutscher Minister, möglicherweise auch Landesminister in jenen Tagen, er sei nicht in die engere Wahl zu ziehen, weil – er sei nur Protestant!
Das war für uns jungen SED-Mitglieder, Block-Parteien-Fuzzis, und sonstige Helden der sozialistischen Arbeit irgendwie von vorgestern.

Heute weiß ich wenig mehr.
Siehe oben!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.