Aufgedeckt! – Doch höhere Arbeitslosenzahlen!

Daniel Gabler


Das Arbeitsamt oder heißt es jetzt Bundesagentur, ARGE oder Jobcenter? Eine gute Frage, leider ändert sich das auf dem Briefkopf ständig, aber es wird von allen Bürgern immer noch als „ARBEITSAMT“ benannt bzw. verflucht.

Alle Namen der Amtsmitarbeiter wurden in diesem Artikel netterweise weggelassen, sind aber alle belegbar, denn leider ist diese Artikel keine Fiktion. Auch viele andere Bürger haben mir ähnliche und auch schlimmere Geschichten über dieses Amt berichtet. Also ist dies keine Seltenheit. Leider.

Eine Vermittlerin dieses Amtes sagte mir letztens, dass Jeder der Leistungen von dort bezieht als „arbeitslos“ zählt. (Ob das der Pressesprecher weiß und gutheißt?) Das bestätigt leider alle Befürchtungen, dass die in der Presse veröffentlichten Arbeitslosenzahlen falsch sind. Dann müssen alle Personen die eine Ausbildung, Umschulung oder sonst einen Kurs übers Amt belegen, mitgezählt werden. Also sind die Zahlen gar nicht so niedrig, sondern sie wurden nur „aufgehübscht“.

Aber auch über die Arbeitsweise dieses Amtes kann man ganze Bücher füllen, denn teilweise sind die Angestellten unfähig oder die eine Hand weiß nicht, was die andere Hand tut.

Ich weiß zum Beispiel nicht, wie die Poststelle dort funktioniert oder ob man dies überhaupt „funktionieren“ nennen kann. Wenn man hier in Leipzig etwas zur Außenstelle in der Berliner Str. schicken will, muss man es zur Georg-Schumann-Str. schicken, weil in der Berliner Str. kein Briefkasten existiert. Als ich das letzte Mal mehrere Unterlagen so verschickt habe, bekam ich danach 2 Briefe. Der erste Brief kam von Mitarbeiter A, er hätte nur Formular 1 und 3, wo denn die fehlenden Formulare 2 und 4 wären. Der zweite Brief aber kam von Mitarbeiter B, dieser schrieb, er hätte nur Formular 2 und 4, wo denn die fehlenden Formulare 1 und 3 wären.

Darum gebe ich jetzt Alles nur noch persönlich ab. Aber dies heißt nicht, dass es dann besser funktioniert. Ich habe an einem Freitag Unterlagen abgegeben und am Dienstag bekam ich einen Brief, warum die Unterlagen noch fehlen. Am Telefon versicherte man mir allerdings, dass die Unterlagen doch da sind.

Wie schafft man es eigentlich zu einem Termin um 8 Uhr pünktlich bei der Vermittlerin zu sein, wenn die Eingangstüren erst 5-10 Minuten nach um 8 Uhr aufgeschlossen werden? Und dies soll der Normalzustand sein, wie mir die Mitwartenden und auch Bekannte versicherten.

Mir wurde per Post eine Einladung zugeschickt, mit den üblichen Drohungen, wenn ich den Termin nicht befolge. Allerdings wurde ich dann von der Arbeitsvermittlerin mit den Worten begrüßt: „Ich hätte nicht gedacht, dass Sie kommen.“ „Wieso, ich hatte doch einen Termin?“ „Ja, aber ich hätte trotzdem nicht gedacht, dass Sie kommen.“ Muss man dies verstehen?

Als ich der Dame Unterlagen für die Leistungsabteilung geben wollte, damit sie diese weitergibt, wies sie diese mit folgenden Worten zurück: „Das kann ich nicht annehmen, das kommt sonst in die Rammbusche.“ Also auf Deutsch, das kommt dann weg? Sehr eigenartig.

Beim nächsten Termin war die Mitarbeiterin einfach nicht da, die Vertretung begründete das Fehlen als „schneebedingt“. Heißt das, dass man auf diesem Amt bei Schnee nicht zur Arbeit kommen muss? So etwas kenne ich nicht, denn in jeder großen Firma muss man pünktlich zur Arbeit oder auf der Baustelle erscheinen. Wenn schneebedingt der Bus nicht fährt, muss man halt das Taxi nehmen. Es sei denn die nächste Eiszeit hat uns überrascht, dann könnte man sich telefonisch entschuldigen und vielleicht eine Stunde später kommen. Aber hier und jetzt in Deutschland?

Auch fragt man sich, was das Amt mit all dem überflüssigen Papier macht? Wird damit das Amt beheizt oder wird das an Papierannahmestellen verkauft? Ständig werden Unterlagen kopiert bzw. man muss Kopien abgeben, die das Amt schon hat. Zum Beispiel werden ständig Kopien vom Mietvertrag oder vom Ausweis gemacht, ohne dass sich am Inhalt etwas geändert hat. Außerdem muss man ständig die gleichen unzähligen und teilweise unverständlichen Formulare neu ausfüllen. Wozu gibt es noch so viel Papier im modernen Digitalzeitalter? Wo soll die ganze Bürokratie noch hinführen? Ist das gut für die Umwelt?

Aber Papier ist eben geduldig oder wie es der deutsche Kaufmann und Bankier Alwin Münchmeyer (1908-90) formulierte: „Das Vaterunser hat 56 Wörter, die zehn Gebote haben 297. Aber eine Verordnung der EG-Kommission über den Import von Karamellen und Karamellprodukten zieht sich über 26 911 Wörter hin.“

Dieser Artikel stammt aus dem „Schönefelder Boten“ Ausgabe 10 (Januar / Februar 2013). Hier gibt es den kompletten Boten als pdf-Datei. Der Schönefelder Bote, ist die Bürgerzeitung für Leipzig-Schönefeld, herausgegeben vom Bürgerverein Schönefeld e.V.
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3 Kommentare

  • Daniel Gabler - Bürgerverein Schönefeld e.V. sagt:

    Danke für die Veröffentlichung des Artikels.

  • Andreas Liste sagt:

    Es gibt Jobcenter als gemeinsame Einrichtungen von Bundesagentur für Arbeit und Kommune oder in zugelassener kommunaler Trägerschaft. Somit sind Jobcenter und Agentur für Arbeit nicht identisch.

    • Daniel Gabler - Bürgerverein Schönefeld e.V. sagt:

      Danke für die Erklärung. Trotzdem ist alles der selbe „Verein“ und kümmert sich um Arbeit bzw. Arbeitslose. Und die Bürger kennen es als „Arbeitsamt“ punkt. Wozu braucht es verschiedene Bezeichnungen, wenn die Mitarbeiter dort unfähig sind bzw. wenn man z.B. keine Arbeit bekommt? Das wird dann dadurch auch nicht besser.

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