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Bauarbeiten vorm Schloss Schönefeld

Wolfgang Anders


Taxi-Toni für uns unterwegs: Er hatte telefonisch im Schloss Schönefeld nichts erreicht und so entschloss er sich kurzfristig, sein Glück vor Ort zu versuchen. Das Schloss ist eine Augenweide. Historisch interessant, allemal auch die umgebenden Gebäude, bis hin zur Kirche.

Taxi-Toni ist nicht umsonst einer der Besten im Leipziger Westen, da er in Leutzsch geboren und großgeworden ist. Also – Leutzsch war dazumal einer der letzten selbstständigen Landgemeinden, die von Leipzig freiwillig (oder so!) eingemeindet wurden. Und Schönefeld?

Schloss Schönefeld hinter dem Torbogenhaus

Schloss Schönefeld hinter dem Torbogenhaus

Schönefeld wurde auch eingemeindet. Das ist aber noch länger her. Da floss die Parthe noch ungeschmälert und ungehindert durch Schönefeld und Umgebung. Das hatte auch Auswirkungen auf die Bewohner an und in der Parthe. Also natürlich die Schönefelder, die gerne an den schönen Feldern lebten. Aber auch all das Getier, was es sich in Gottes freier Natur wohl sein ließ.

Und auch die Baroness von Eberstein hatte schöne Felder in Schönefeld. Vor allem aber teure Grundstücke! Einen großen Teil des Hauptbahnhofvorplatzes in Richtung Fliederhof soll sie später verkauft haben – für die Eisenbahn.

Die Baustelle „Torbogenhaus“ vorm Schloss Schönefeld

Die Baustelle „Torbogenhaus“ vorm
Schloss Schönefeld

Taxi-Toni stellte sein Taxi vor der Baustelle am Torbogenhaus ab und ging spornstreichs auf das Gebäude zu. Dem Tüchtigen winkt das Glück und ein freundlicher Herr Eberl ließ ihn eintreten.

Er berichtete dem rasenden Reporter von den Nöten eines solchen Bauvorhabens, wie ihn die Rekonstruktion des Torbogenhauses darstellt. Dieses muß laut Förderbescheid bis Ende 2016 fertiggestellt sein. Der liebe Gott aber hat ein Einsehen mit der deutschen Bürokratie und ließ einen milden Winter geschehen, so dass die fleißigen Bauleute unentwegt werkeln konnten.

Auch eine alteingesessene Familie hat die Baumaßnahmen durchgehalten und wird demnächst innerhalb des Hauses umziehen, um Baufreiheit zu schaffen.

Dach und Gauben sind in Arbeit, eine Bausenkung muß ausgeglichen werden. Später können Spaziergänger und Radfahrer den Torbogen im Torhaus des Torbogenhauses frei passieren.

Eine neue Außenwohngruppe, aus der Wohnstätte im Schildberger Weg, bereitet sich schon auf den Umzug vor. Es entstehen also zwei weitere Wohngemeinschaften und drei neue Wohnungen. Also alles in allem eine runde Sache.

Dem alten Taxi wurde es langweilig. Es sah sich um zwischen Baufahrzeugen, Bauholz und allerlei Gerümpel. Da, plötzlich, sah das alte Taxi zwei Häschen hoppeln. Was waren das für zwei putzige Gesellen? Das alte Taxi hatte in seinem Leben schon so manches erlebt – aber so etwas noch nicht!

Waren das die ungezogenen Kinder des Osterhasen? Sie waren so ungleich. Unser Taxi – nenne wir es Herbert – versuchte zu lauschen.

Das kleine Häschen sprach: „Haste schon gehört?“ Das größere Häschen mümmelte: „Nee!“ „Mein Nachbar, der alte Grimbart, findet dieses Jahr keine Ruhe in seinem Dachsbau. Sein Untermieter, der Herr Fuchs, hat sich mit Frau Elster vom Fliederhof gestritten und ist in die Stadt gezogen.“ „Was Du nicht sagst!“ mümmelte der Andere. Unser Herbert erkannte also, dass die beiden Häschen aus unterschiedlichen Familien kamen und lauschte weiter:

Der Größere: „Wie bei uns im Hofe. Überall Bauarbeiten. Meine Familie muß laufend die Strasse wechseln. Aber dann soll es endlich schön werden – in Schönefeld.“

Der Kleinere: „Siehst Du, wärste mal zu uns in unseren Kaninchenbau gekommen. Da ist es immer schön warm!“ Jetzt dämmerte es bei Herbert.

Der Größere war ein Kind der Familie Hase im Schlosse und der Kleinere ein Kaninchen, ein wildes vom Damm an der Parthe.

Taxi-Toni verabschiedete sich von Herrn Eberl, dem Schlossherrn, nein – dem Schulleiter und Geschäftsführer dieser Einrichtung und fotografierte draußen mit seiner Kamera noch mal das Torhaus mit dem Torbogenhaus. Er bestieg sein Taxi und sah von weitem ein seltsames Paar davon hoppeln. Ein junges Häschen und ein kleines Wildkarnickel.

Nanu, dachte er. Ostervorbereitungen?

Taxi-Toni

Dieser Artikel stammt aus dem „Schönefelder Boten“ Ausgabe 29 (März / April 2016). Hier gibt es den kompletten Boten als pdf-Datei. Der Schönefelder Bote, ist die Bürgerzeitung für Leipzig-Schönefeld, herausgegeben vom Bürgerverein Schönefeld e.V.
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