BoHai & tamtam – oder so?

Wolfgang Anders


Was ist ein BoHai? Kommt das von Hai, dem weißen? Oder dem heißen Wai?
Man weiß es nicht.
Tamtam versteht ein alter Sachse schon eher.
Unser Kollege Taxi-Toni (Einer der Besten im Leipziger Westen!) fährt fast in jeder Schicht die Karl-Heine-Straße mehrmals rauf und runter.
Ging er doch dereinst dadorten zur Schule – sowohl in der Kanzlerstraße (Heute Helmholtzstraße.), als auch in der Weißenfelser Straße gegenüber der Anstalt für gefallene Mädchen… sagte man so?
Taxi-Toni versäumt nicht, seinen Fahrgästen die Wahrheit, die ganze Wahrheit, über seine Heimatstadt Leibzsch zu erzählen.
Die Eckvilla zum Beispiel, dort Karl-Heine-/Ecke Erich-Zeigner-Allee, die jetzt so schön restauriert wurde, ja die dort – da haben sich Richard Wagner und Friedrich Nietzsche getroffen!
Haben Sie das gewußt? Nein?
Unser alter Klassenlehrer Dr. Curt Beyer (Altphilologe!) wohl auch nicht – oder er hat es uns undankbaren Schülern nicht verraten!

Mein Schulweg von Lindenau in die Erweiterte Helmholtz-Oberschule führte einige Jahre über den Knochenplatz. Noch vor ein paar Jahren stand dort die Disco P1.

Der Knochenplatz war dereinstens natürlich ein Friedhof – später bei Gärtnern und Landwirten als Anbaufläche sehr begehrt. Aus naheliegenden Gründen – daher der Name Knochenplatz.

Was wollten wir doch gleich…?

Meine Lieblingsstraße, der Boulevard Heine, dessen Denkmal aber unten am Wasser, Ecke Klingerweg, steht.
Aber oben residierte sein Compagnon Rudolf Sack. Das ist der, wo die Bodenbearbeitungsgeräte Leipzig-Plagwitz KG …also BBG… gehabt hatte und überhaupt die große Schmiede stand. Später das Jahrhundertfeld, was der Walter Apitius beackert hat – hinter seinem Puff…

Vom Felsenkeller wäre noch zu berichten, mit Galerie und Tanzstunde und Betriebsfest und Sylvesterfeier, als der Lothar und ich – also, da gab es mal Ärger…wann war das bloß…vor dem Kriege, nee, vor der Wende…
Dann waren wir Oberschüler doch mal in der Hilli (Hilfsschule) West in der Engertstraße untergebracht – nee, nich`weil mir so blöd waren, nee – im Winter, weil die Kohlen sparen mußten!

Und dann haben mir im selben Winter Schnee geschippt in der Antonienstraße, unn der Heinz hat Schneebälle geschmissen unn der Horst Kaczmarek, unser Sportlehrer hat geschimpft, weil…

So war das damals…

Unn jetzt machen die dort tamtam oder so, zwischen Bioläden unn dem Eckladen mit dem Schild Volksbuchhandlung, wo es Bücher für einen Euro gibt.
Der muß aber raus, hat er gesagt, weil…

…unnn was mach` ich dann?

Ich schreibe meine Familienchronik „Felsenkeller“!
Also, ich schreibe sie weiter…muß auch mal fertig werden.

Auf jeden Fall mache ich morgen meinen Heine Boulevard lang, lang hin…
Tschüß, bis morgen.

PS.: Die Skizze vom KarlHeine-Kanal Höhe Aurelienstraße muß ich noch hier einbauen.

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