Soziale Netze


Der Gärtner vom Diakonissenhaus

Wolfgang Anders


Taxi-Toni (Einer der Besten im Leipziger Westen!) fährt heute vormittag eine nette, alte Dame vom Diakonissenhaus nach Hause – in die Antonienstraße am Adler.
Unterwegs erzählt sie munter, daß sie hier in Lindenau groß geworden sei, und ihr Großvater im Diakonissenhaus gearbeitet und gewohnt habe.
Aha, meint Taxi-Toni, na, da kenne ich den vielleicht noch…
Ich bin hier immer behandelt worden, wenn ich mit dem Rad gestürzt bin!
Das glaube ich nicht, meint die alte Dame, ich war da ja erst sechs Jahre alt!
Und jetzt bin ich 94!!!

Taxi-Toni fällt der Unterkiefer herunter und das Lenkrad aus der Hand – Donnerwetter!
Da haben Sie sich aber gut gehalten, in der guten Luft hier im Leipziger Westen…

Ja, warum denn nicht?

Wir hatten doch alles: Viel Arbeit, die Kinder großgezogen, ein Dach über dem Kopf und die Eltern haben immer für`s Essen gesorgt.
Ein Handy brauchten wir auch nicht, wir hatten noch nicht mal ein Telefon, erst später ein Radio…
Von unserer Wohnung sind wir zu den Großeltern im Diakonissenhaus gelaufen.
Hinten, durch die Gärten…an der Bahn lang…heute Neulindenau!

Taxi-Toni überlegt: So ähnlich ging es bei seinen Großeltern auch zu.
Großvater Fritze fuhr mit seinem Fahrrad von seiner Arbeit bei Brehmers (Buchbindereimaschinen) in Plagwitz, in seinen Garten in Lindenau an der Saalfelder Straße, und buddelte dort für seine Familie.
Die schulpflichtigen Töchter hatten nach Mittagessen und Hausaufgaben mit Grünzeug und Küchenresten im Garten zu erscheinen.

Krankheiten kannten die alle nicht!

Die alte Dame erzählt weiter: Und Großmutter hat für die alleinstehenden Ärzte gekocht und Kaffee bereit gestellt…

Ja, so war`s!

Ihr Großvater hieß Reinhold Höhne.
Kennt den noch jemand?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.