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Der Heidentrog an der Angerbrücke

Wolfgang Anders


Karl der Große soll weiland hier an der Angerbrücke, am Kuhturme zwischen Lindenau und Leipzig, nahe einem Förster-Hause, die sächsischen Heiden getauft haben. Aus einem großen steinernen Troge. Vielleicht aber nur seine Pferde getränkt.
„Karl der Große?“ fragt der Autor seinen Urgroß-Oheim Ludwig Ferdinand Anders, genannt Stolle, „War der hier?“
„Nu, nu!“ meint Anders-Stolle, der aus Dresden stammt.

Hier in Lipsia (oder auch Arretia) haben sich schon viele die Klinke in die Hand gegeben. Aber Karl der … „Geisor Garl gonnde geene Gimmelgerne gaun!“ spricht der Volksmund, auch?
Ja, der auch, wissen die alten Leipziger. Nichts Besonderes.

Und sie wissen auch, daß es Kaiser Karl war, der im Harz zu Goslar die heidnischen Sachsen zu tausenden köpfen ließ, wenn sie sich nicht zum Christentum bekehren ließen. Dann haben die Kaiserlichen noch die Irmensäule, das Heiligtum der unheiligen Sachsen umgeschmissen und die den Sachsen wichtigen Bäume gefällt.
O tempores – o mores!
Man könnte heute meinen – daran hat sich nicht viel geändert!

Hier an der Angerbrücke aber haben sich die alten Heiden aus Leutzsch, Lindenau, Plagwitz und weiter, wie zum Beispiel Connewitz (Wo heute auch noch viele Heiden wohnen!) ihr Haupt behalten und sich aus dem Heidentrog taufen lassen.
Die Pferde aus dem Troß von Kaiser Karl mußten warten.

Der Heidentrog aus vulkanischem Granitgestein wird von den Experten heute noch gesucht.
Aus gut informierten Kreisen (Wie zum Beispiel dem Redaktionsnetzwerk Mittel-Deutschland.) weiß der Autor als alter sächsischer Heide, daß Nixe und andere Wassergeister aus dem Umfelde der Angerbrücke, diesen aus dem irdischen Bereiche in ihr Wasserreich hinabgezogen haben sollen.

Zur Begründung, so heißt es weiter, wurde mitgeteilt, man wolle weitere heidnische Heiligtümer dem Zugriff gewisser Kreise entziehen und erst wieder hervorbringen, wenn das heidnische sächsische Volk in freier Selbstbestimmung sich eine eigene Bibel respective Verfassung gegeben habe.

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