Die Ermlandfamilie in Leibzsch

Wolfgang Anders


Gott wird die Seinen schon finden…habe ich gestern geschrieben.
Ostdeutsche Bistümer von Berlin bis Königsberg?
Das war satirisch gemeint – doch am heutigen Donnerstag schon wurde ich eines Besseren belehrt.
Ich stolperte förmlich auf einen Stand auf zu, der sich am Rande des Wilhelm-Leuschener-Platzes befindet: Ermland in Ostpreußen???
Gibt es das noch?
Eine freundliche junge Frau sprach mich an und übergab mir einige „Ermlandbriefe“.
Da wollen wir uns als „Gastgeber“ aber nicht lumpen lassen.
Nein, wir haben mit der Kirche nicht allzu viel am Hute – außer Kultur und Geschichte. Das aber hat es in sich!
Die ganze Geschichte und die ganze Wahrheit!!!
Keine Befreiung, kein Irrweg, sondern eine zwangsläufige, widersprüchliche und zerrissene Geschichte, der wir alle uns zu stellen haben.

Dr. Dr. Günther Gereke

Dr. Dr. Günther Gereke

Aber zur „Landgemeinde“:
Der letzte Herausgeber bis 1934 war Dr.Dr. Günther Gereke.
Ehemaliger preußischer Landrat in Kyritz und in Torgau, sodann Präsident des Verbandes der Preußischen Landgemeinden und Herausgeber dieser Zeitschrift mit dem Untertitel: Amtliches Blatt für die Preußischen Landgemeinden und Amtsbezirke.
Den Einzugsbereich bilden wir hier mit ab und unseren alten Gereke auch.
Gereke wurde noch vom Kabinett Schleicher zum Reichkommissar für Arbeit und Arbeitsbeschaffung ernannt und als solcher vom Kabinett Adolf Hitlers übernommen.
Mit einem fragwürdigem Parteispendenprozeß zur Hindenburgwahl hat man Gereke aus dem Kabinett gekegelt und seine Zeitschrift ging wohl an Hugenberg oder Adenauer…

Einzugsbereich der Zeitschrift die Landgemeinde in Preußen

Einzugsbereich der Zeitschrift die Landgemeinde in Preußen

Da der jetzige Herausgeber in Gerekes Gut (zu DDR-Zeiten zu einer LPG gehörend) arbeitete, kam er nach und nach mit dem Leben und Wirken Gerekes in Berührung.
Letzten Endes stand Gereke als Pferdeexperte der Zentralstelle für Vollblutzucht und Leistungsprüfung der DDR vor.
Und in dieser Eigenschaft haben wir ihn noch in den 60ern auf der Rennbahn in Leipzig-Scheibenholz gesehen.

Gereke war Protestant wie viele Ostpreußen.
Aber die katholische Enklave Ermland wird zum Einzugsbereich seiner Zeitschrift gehört haben.
Vielleicht finden wir interessante, gemeinsame Punkte in der Geschichte unseres Volkes.
Es geht immer weiter – aber auch nicht nur von allein.

In diesem Sinne wünscht die Landgemeinde aus der sächsischen Messestadt Leipzig, aus dem Sachsen der Reformation, Grüß Gott und Glück auf und alles Gute!

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