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Glücksfall für Leipzig

Wolfgang Anders


Glücksfall für Leipzig

Ein bitterböser satyrischer Nachruf
von einem alten Leipziger

Leipzig
2017

Wir zitieren das hochoffizielle Leipziger Amtsblatt vom 19. August 2017 (Da kann man wenigstens nichts falsch machen…):

„Er war ein Glücksfall für Leipzig
Trauer um Dr. Hinrich Lehmann-Grube: Am 6. August verstarb der Alt-Bürgermeister mit 84 Jahren.

Letzte Ehre für Dr. Hinrich Lehmann-Grube: Am 14. August haben Familie, Freunde, Weggefährden, Leipzigerinnen und Leipziger in einem würdigen Trauergottesdienst in der Thomaskirche Abschied von Dr. Hinrich Lehmann-Grube genommen. Am 6. August war Leipzigs erster Nachwende-Bürgermeister im Alter von 84 Jahren an einem Krebsleiden verstorben.“

Na, Gott sei Dank, möchte man meinen, wenigstens nicht einfach so wie`n Assi verreckt, nicht am Alter, sondern, wie sich das heutzutage gehört, wenigstens an Krebs gestorben. Da weiß man doch …

Freund Taxi-Toni (Einer der Besten im Leipziger Westen.) meint: „Da hätt`sch ooch zur Trauerfeier gehn genn`- als Wechgefährde. Schließlich hab`sch den emma gefahrn!“

Die Redaktion gibt sich neugierig und Taxi-Toni erzählt:
„Tschah, wohin hab`sch denne den gefahrn? Nach Gohlis? Zum Saufen mit dem ollen Loest? Nee? Isch weeßes nich mehr…
Awwer gefrachd habsch, warum er nich middn Burchhard Schung Musik machen duht…“

Die Redaktion ist gespannt: „Und?“

Taxi-Toni (Einer der Besten…): „Als Wechgefährde – schließlich habsch den zweemah gefahrn – gannsch das schah sachen, also er sachde… was sachde der doch glei emma. Also, wechn dor Musike, er sachde, tschah, middn Flachwasser, also middn Diefensee – der middn Schello – hädder Hausmusik gemacht, awwer middn Schung genne er nich…weil, `s gäbe geene Gitarren-Musik-Literatur oder so!“

Die gesamte Redaktion der Zeitschrift „Der Dorfbarbier“ lehnte sich erleichtert zurück.
Ach so…geene Musikliteratur fürn Experten…

Die Redaktion versucht verzweifelt, aus Taxi-Toni verwertbare Fakten herauszuholen.
Nach dem Motto „Mann beißt Hund!“

Der Schriftleiter Dr. Stolle weiß schon, daß die Variante „Hund beißt Mann!“ nunmehr ebenso ihre Berechtigung hat, um beim blöden Volk Aufmerksamkeit zu erregen.

Leider hat Taxi-Toni nicht seinen besten Tag und der Gaffee in unserer Redaktion schmeckt ihm auch irgendwie nicht…

Er bezeichnet unseren altehrwürdigen ehemaligen Oberbürgermeister ständig als „Heinrich, mir graut vor dir…“ oder so.

Oder als „Heinrich Lehmann von der Baugrube“!

OBM Lehmann soll einen US-Amerikaner mit Millionen von Fördermitteln geködert haben, um die vormalige Firma Brehmer in Plagwitz zu übernehmen.
Bei Brehmer`sch habe sein Großvater gearbeitet und einen schweren Maschinenunfall davongetragen.
Das aber hat den amerikanischen Büroklammernhersteller Mac Caine (Oder so?) auch nicht davon abgehalten, die 20 Mio D-Mark zu kassieren und sich anschließend davon zu machen…

Lehmann von der Baugrube wollte aus Leibzsch ein modernes Dienstleistungszentrum machen.
Dafür hat er erstemal die überflüssige Industrie verscherbelt.

Danach war keiner mehr da, der qualifizierte Dienstleistungen nachfragte – das aber muß ein Wessi nicht wissen.

Lehmann soll in Hannover Stadtdirektor gewesen sein.
Gut – da musste er wenigstens nicht zum „Parteilehrjahr“…

In Leipzig bekam der ehemalige Pförtner von Herbert Schmalstieg – alle SPD – sodann den Posten eines OBM.
Wie der Dicke vom bfb, der Mathias, mal launig bemerkte: „Als ABM…!“

Dafür erlebte Taxi-Toni, damals als Sozialhilfeempfänger im Betrieb für Beschäftigungstherapie, den Einmarsch, äh die Okkupation, von Seehausen, mit Blasmusik und Feuerwehr und Freibier.
…und eben OBM Lehmann von der Baugrube als übernehmender Bürgermeister.

Diese selbst miterlebte Situation erinnert den chronischen Chronisten dieser Zeilen an die Übergabe/Übernahme der betroffenen Sachsen vom Gönich von Sachsen an den Gönich von Preußen. Beide Göniche hielten zu diesem Behufe eine Rede, die man möglicherweise im Netz der Netze finden kann.
Damals wurden die Begriffe „Soll-Preußen“ und „Muß-Preußen“ geprägt.

Das fand nach dem Wiener Kongeß im Jahre 1815 statt.
(Der Autor war selbst dabei!)

Die Seehausener waren davon damals nicht betroffen, die nicht viel weiter nördlich gelegenen Delitzscher und Dübener schon.

Das alles will sowieso keiner wissen.
Deshalb beenden wir hier und heute diesen historischen Beitrag.

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