Soziale Netze


LVZ von vorgestern

Wolfgang Anders


Wolfgang Anders
Herausgeber der Landgemeinde
Leipzig 2001

LVZ vom Mittwoch, d. 06. Juni 2001

„Franzosen wollen Bahnlinien in Sachsen betreiben“
„Interregio-Linie Berlin-Görlitz bald in französischer Hand“
„Meine Meinung“

Dazu meine eigene Meinung :
Das ist die falsche Wirtschaftspolitik, das sind die falschen Leute und – das ist die falsche Meinung von Ihren dümmlichen Schreiberlingen !
Wenn Sie schon Information und Meinung in der Sache nicht auseinanderhalten können, dann schreiben Sie wenigstens nicht über Dinge, von denen Sie offenbar nichts verstehen.
Zur Sache selbst :
Es ist nicht einzusehen, warum die ehemalige Reichsbahn (Reichsbahngesetz von 1925 ?) der ehemaligen DDR mit ihren ehemaligen Reichsbahnern (ich kenne einen kinderreichen Familienvater im besten Alter, der als Langzeitarbeitsloser sicher gerne wieder im Eisenbahnbetriebsdienst tätig wäre, sich aber mit Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe durchs Leben schlägt, der noch nicht mal für die ehemalige Pioniereisenbahn am Auensee eine ABM-Stelle bekam, weil man dort lieber ehemalige Köche beschäftigte und keine gelernten Eisenbahner !)…nicht auch mit kürzeren Zügen fahren und Kaffee für 1,20 Mark ausschenken könnte !
Oder will man das nicht ?
Wieso muß ausländisches Kapital hereingeholt werden, wenn man die Hausaufgaben selber machen kann ?
Das ausländische Kapital will doch letzten Endes auch nur Gewinn machen („…mit kürzeren Zügen…oder Kaffee für 1,20 Mark…“). Das ausländische Kapital wird jede möglichen Subventionen und Fördermittel, steuerliche Vergünstigungen, Investitionszuschüsse und dergleichen, beantragen und auch bekommen. Dazu noch Lohnkostenzuschüsse vom Arbeitsamt und aus dem Europäischen Sozialfond. Ein paar Arbeitskräfte, besonders Führungskräfte, gleich selbst mitbringen…..den Rest kann dann die Region erledigen.
„Wir werden das intensiv fördern“, laut sächsischem Wirtschaftsministerium !
Obwohl kein Eisenbahner möchte ich Ihnen sagen : Mit meinem obengenannten Freund und ein paar handfesten „Ossis“ (ehemalige DDR-Bürger, die etwa vierzig Jahre fleißig gelernt und gearbeitet haben) können wir das auch !
Warum muß ein Staatsbetrieb (wir sagten früher Volkseigentum dazu) so schlecht wirtschaften, wie offenbar die gesamte Bundesrepublik ?
Damit noch das letzte staatliche Unternehmen an das Ausland verscheuert wird ?
Ihre Binsenweisheiten, wie „Der Koloss braucht Konkurrenz“ sind möglicherweise tatsächlich Ihre eigene Meinung. Nichtsdestoweniger dumm und demagogisch.
Als wenn im Zeitalter der Globalisierung, der Monopolisierung und der Europäisierung der Währung irgendwo lokal oder regional die belebende Wirkung der Konkurrenz beim Bürger wirksam und nützlich ankommen würde.
Das sieht schon ein blinder Trabifahrer an der Tanksäule, aber vielleicht fahren Sie Ihren Opel Kadett noch mit Mütze…
Ich sage Ihnen was : Sie und Ihre Zeitung brauchen Konkurrenz ! Aber leider (Gott sei Dank!) habe ich keinen Springerkonzern als Gesellschafter, so daß ich mir eben selbst einen Kopf machen muß…
Und noch etwas : Ich bin gegen dieses Europa mit seinen Technokraten in Brüssel, mit seiner Wirtschaftsdiktatur, ich bin gegen diesen Euro als einzige Währung und ich wende mich ganz entschieden gegen diese Bundespolitik des nationalen Ausverkaufs, wie eine verfehlte sächsische Wirtschaftspolitik, gleichfalls gegen die katastrophale städtische Wirtschaftspolitik, wo selbst der städtische Eigenbetrieb Betrieb für Beschäftigungsförderung bfb ins Wanken gerät.
Kein Hemd auf dem Arsch, aber für eine Milliarde einen Tunnel bauen (für welche Eisenbahn denn ?).
Es gibt eben keine Selbstbestimmung (siehe Gemeinde Bienitz), keine Selbstverwaltung (siehe Städtetag), sondern alle hängen am Steuertropf von oben (siehe Tiefensee-Interview)…
Das liegt leider auf einer Linie.
Und zur Zeit gibt es leider auch kein Konzept gegen diese Misere, nicht von links bis rechts.
Meine Forderung deshalb an alle Hiergebliebenen : Selbermachen, was nur irgendwie geht und durchsetzen mit aller Macht.
Übrigens erzählten mir meine Eisenbahnfreunde, daß gleich nach der Kolonisierung der DDR die Traktionsmittel der Reichsbahn mit Loks der westdeutschen Bundesbahn praktisch getauscht wurden. Stimmt denn das ?
Wenn ja, was war denn da marode ?

Heute, 10. Januar 2019, frage ich: Wo liegt der Fehler?

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