Soziale Netze


LZ LEIPZIGER ZEITUNG AUSGABE 02/2015

Wolfgang Anders


Am Freitag, den 5. Juni, lief der hochverehrte Kritikus sich die Füße wund, um das Objekt seiner Begierde zu erstehen.

Nichts.

Überall die alte zweite (nach der Nullrunde), erste Nummer der Leipziger Zeitung.

Die Löwentanke: Neuer iss nich!

Man suchte und kramte, es kreiste der Berg und – brachte die alte neue aus einem Karton hinter der Säule: Das iss de Letzte! Na das wollen wir doch nicht hoffen!

Sofort simste Taxi-Toni (Einer der besten im Leipziger Westen.) dem Dobert Robschütz: Ihr seid wohl schon pleite?

Antwort Robschütz Dobert: Lustig 🙂

Und nun das: Achtes Weltverkehrsforum in Leipzig. Klimaschutz und digitale Mobilität im Fokus. Von Holger.

Das ist der Bruder vom Volker und der sagte immer, er sei das Volk!

Unser Volkskorrespondent Taxi-Toni (Einer der Besten…) hat vom Weltverkehrsforum nichts, aber auch gar nichts mitbekommen.

Was nichts besagt – schließlich kann er nicht überall sein.

Taxi-Toni weiß nicht, was der UN-Generalsekretär gesagt haben soll.

War das nicht dieser – wie hieß er doch gleich – Dag Hammerskjöld oder so …

War das nicht der, wo mit dem Flieger …?

Also, immerhin umweltfreundlich …

Die weltweiten CO2-Emmissionen kommen zu 23 % von Transport und Logistik, heißt es.

Aha! Denkt Taxi-Toni, der in seiner früheren Jugend einmal „Sauhirt“ gelernt hat, die übrigen 123 % kamen ja einstens von der Landwirtschaft, von den Rindfiechern, Schafen und anderem Getier, weshalb jetzt alle in der Szene vegetarisch oder vegan leben und lieben – oder so!

„Essen für`s Klima“ war mal ein Schlachtruf – allerdings nur für Studenten.

„Fuck for Futur“ wäre uns lieber, meint Taxi-Toni dümmlich grinsend.

Wir zitieren korrekt nach Karl Theodor von und zu Guttenberg:

„Um die Klimabilanz (Was ist eine Klimabilanz? Der Autor.) der immer stärker werdenden Touristenströme zu verbessern, müsse vor allem die Art und Weise des Reisens optimiert werden.“

Und jawoll! Das ist des Pudels Kern, der Casus macht mich … also:

Am besten, wir reisen demnächst zu Fuß, als Pilger vor dem Herrn.

Nach Campostella, nach …

Die Besserverdienenden zu Pferde, die noch besseren in der Kutsche …

Nur mal so als Beispiel.

Und jetzt noch ein ganz besonderer Leckerbissen für ewige Besserwisser, wie den Autor:

„Es liegt in der Natur der Sache: Verkehr gehört per Definition zum Tourismus“!

Aha – dachten wir doch bisher, der Verkehr gehöre vorrangig zur Distributionssphäre?

Zur Distributionssphäre der materiellen, physischen Produktion?

Alles falsch – oder was?

Kann schon sein.

Taxi-Toni kommt ins Grübeln.

Fährt er doch desöfteren im Berufsverkehr auch Gelegenheitsverkehr, und selbst Damen des horizontalen Gewerbes im Gelegenheitsverkehr vom oder zum Berufsverkehr.

Das hat ja auch was mit Tourismus zu tun.

Dazu noch ein wunderbarer, allgemeinkonkreter Gastkommentar von einem Gast mit dem Untertitel: Wege zur neuen urbanen Mobilität.

Toll – diese neuen Wege …

„Straßen, Straßen, die wir vergaßen

Die da sind in Staub und Wind

Und niemals wird satt

Die ewige Stadt.“

(Aus dem Poesiealbum des hochwohllöblichen Autors. Leipzig um 1980.)

Weiter auf Seite 12:

DIE LEIPZIGER ZEITUNG UNTERSTÜTZT:

Zentrum für Politische Schönheit

Was, bitte, ist das???

Eine Satyre, wie die ernstgemeinte Kritik des Gast-Kritikers und Tucholsky-Fan Taxi-Toni???

Unsere Zeilen sind ja nun wirklich offenkundig eine Satyre (meinetwegen eine schlechte), aber das da hier?

Was soll das?

Zwei alliierte Bomben hätten die Tötungskapazität (Welche?) um soundsoviel % reduziert???

Sagen wir mal – von hundert potentiellen Tötungsopfern wären demzufolge 25 am Leben geblieben???

Das heißt, unter der Prämisse, daß diese beiden schönen und so humanen alliierten Bomben getroffen hätten.

Aber wen?

Unser alter Sozialdemokrat Rudolf Breitscheid (Wessis kennen nur Kurt Schumacher – und Willy Brandt. Kurt Schumacher hat denn ja auch im Leipziger Zentrum den Rudolf Breitscheid als Straßennamen verdrängt.), der Breitscheid also und seine Frau sollen Opfer angloamerikanischer Bomben auf das KZ Buchenwald geworden sein.

Wieviel Prozent … von … ?

Miteinander auf Seite 14?

Auch als Atheist habe ich die Sprengung der Universitätskirche grundsätzlich abgelehnt. Damals leistete ich meinen Wehrdienst außerhalb Leipzigs ab. Am Wochenende irgendwann fuhr ich mit der Straßenbahn Linie 13 über den Augustusplatz, den damaligen Karl-Marx-Platz, und beobachtete einigermaßen empört den Abtransport der Reste.

Diese Maßnahme war im Jahre 1968 unverständlich und unverzeihlich.

Es gab noch genügend Kriegsschäden, Baulücken und Probleme aller Art, um die man sich hätte bemühen können und müssen.

Aber ich bezweifle auch heute noch, daß ein gebürtiger Leipziger wie Walther Ulbricht dafür die letzte Verantwortung gehabt haben soll.

Ich muß Walther Ulbricht nicht verteidigen – ich stelle nur einige historische Fakten nebeneinander:

Ein gewisser Paul Fröhlich war damals 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Leipzig, Horst Schumann konnte wohl nicht so recht in Berlin, die Messestadt war heiß umstritten („Das bißschen Leipzig baggern wir für die Braunkohle auch noch ab! Leipzig hat sowieso keine schöne Umgebung! Ihr mit eurer Messe!“)

Weitere dümmliche Argumente zwecks Abriß habe ich selbst in der eigenen Familie gehört, aber das ist eine andere Geschichte …

Und im Übrigen bin ich der Meinung, daß in unserer aufgeklärten Zeit weitere Abrisse tabu sein sollten!

Für eine schmale Autofahrspur das Goldschmidt-Haus, oder aber die kleine Funkenburg, unter Denkmalschutz, ohne wesentliche Bauschäden, teilweise im Rechtsstreit … War das alles Rechtens?

Das Thema „WASSER“ heute nicht aus der „WASSERSTADT“ Leipzig

auf Seite 28

Das ist unser Thema seit Jahrzehnten: Der Elster-Saale-Kanal auf sächsischer Seite und der Saale-Elster-Kanal auf anhaltischer Seite. Nee – warte mal. Halle und der Saalkreis gehörten doch nie zu Anhalt – oder?

Das war doch die preußische Provinz Sachsen.

Die Havellandidylle auf unserem Kanal, mit Hafen in Lindenau und Liegeplatz hinter Günthersdorf wäre was für mich … und meinen Hund!

BILDERRÄTSEL

Also – liebe Freunde!

Ein Leipzig-Foto von 1915 und der Hinweis auf die DDR-Mißwirtschaft – das „verstört“!

Es paßt nicht und ist unseriös: das Jahr 1915, irgendein Krieg (Sehr wahrscheinlich der Zweite!) und – natürlich die DDR-Mißwirtschaft.

Somit haben wir auch den Dreckfuhler der Woche „verstört“ gefunden, aber auch das BILDERRÄTSEL gelöst:

Das Connewitzer Kreuz mit Blick auf die Bornaische Straße, danach rechts abzweigend die Biedermannstraße.

Im Vordergrund die Weichbildsäule, deren Original im Stadtgeschichtlichen Museum stehen soll.

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