Mähdrescherbrand bei Delitzsch…

Wolfgang Anders


Mähdrescherbrand bei Delitzsch…

Übung und Ernstfall in Nordsachsen

Dienstag, den 12. Juli 2016

von

Wolfgang Anders

www.die-landgemeinde.de

So schnell kann es gehen: Zuerst weilte die komplette Redaktion der „Landgemeinde“ zur Übung der Freiwilligen Feuerwehren Löbnitz, Sausedlitz und Reibitz im Schullandheim Reibitz.
Die Löbnitzer kamen mit drei Fahrzeugen als erste in das Objekt gefahren.

Die dort weilenden Kinderchen freuten sich über die gelungene Überraschung. Einige Jugendliche hatten sich geopfert – als Opfer zur Verfügung gestellt.

Der Einsatz erfolgte unter der Oberaufsicht des Brandmeisters des Landkreises Nordsachsen.

Auf „Einsatzfahrten Leipzig“ bei Youtube und Facebook dürfte schon bald diese Übung zu verfolgen sein.

Unsere Redaktion, bestehend aus Herausgeber, Schriftleiter, Jugendredakteur, Kraftfahrer, Essenträger, Kaffeehalter und Pförtner, verstaute gerade die vielfältige Ausrüstung – da sauste der Brandmeister mit Blaulicht davon.

Eben waren die doch noch bei der Auswertung?

Es wird doch nichts passiert sein?

Die Redaktion beschloß ohne jeden Beschluß bei freier Entscheidung aller Entscheidungsträger sofort, also nach dem Verstauen der modernen und teuren Ausstattung, sowie einer Tasse Kaffee (Leider schon kalt!), also, nunmehr dem Ereignis zu folgen.

Mit der Information „Mähdrescherbrand in Delitzsch – auf der Alm!“ begannen wir dem Ernst des Lebens nachzuspüren.

Der Wind hat es uns gesagt.

Wo – zum Teufel – gibt es in Delitzsch eine Alm!?

Zufällig hatte der Herausgeber der „Landgemeinde“ seinem Jugendredakteur während der Fahrt zur oben beschriebenen Übung erzählt, wie ein Mähdrescherbrand entsteht.
Und nun das!

Endlich erreichten wir den Tatort – den Ort der Tat.
Die Freiwillige Feuerwehr Schenkenberg war schon vor Ort und hatte das Feuer schon unter Kontrolle.

Auf dem Weizenfeld hatte sich der Roggen mit einem Korn entzündet – oder so!

Der Autor erinnerte sich an ein schmerzhaftes Gerstenkorn in seiner nun schon ein halbes Jahrhundert zurückliegenden Jugend und beschloß, seine langjährigen Erfahrunge auf dem Gebiet eines guten Weizenkorns hier einfließen zu lassen.

„Die Weizenkörner hier sinn` awwer kleen!“ meinte er zu einem Bauern.
„Das ist Roggen!“ lautete die Antwort, und: „Dicht daneben!“

Der Autor wollte auch gar nicht weiter stören und wendete sich der netten, jungen Kollegin aus Delitzsch zu, die seltsamerweise früher als die „Landgemeinde“-Redaktion am Tatort erschienen war.

Die Mähdrescherfahrer hatten richtig gehandelt und das Schneidwerk schnell abgebaut, so daß die Feuerwehr gut an den Schacht des Mähdreschers kam.

Erkenntnis: Der Getreidebestand befand sich fast im Stadium der Notreife – es fehlte die Feuchtigkeit in der gesamten Vegetationsperiode.
Hatten wir früher erst ab 14% Feuchtigkeit gedroschen, dürften hier die Zahlen unter 10% gelegen haben.

Die Getreideernte war in der DDR ein Politikum allererster Güte. Auch wissenschaftlich und technisch komplett bekleidet von erfahrenen Leuten und Institutionen.
Wir erinnern uns des Landtechnischen Zentrums Schlieben bei Herzberg mit seiner Forschungsstelle und mit Dr. Pfeiffer.
Die „Landtechnischen Informationen“ des Fortschritt-Kombinats haben wir im Klassensatz für die landwirtschaftliche Berufsausbildung verwendet.

Na ja, könnte man meinen – ist ja noch mal alles gut gegangen.
Dank der Umsicht der Mähdrescherfahrer, dank der Einsatzfreudigkeit der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr.

Und in Reibitz hatten gerade die Kameraden der dortigen Freiwilligen Feuerwehren ihre Einsatzübung beendet. Auch denen sei gedankt. Hatten sie doch alle das gleiche Ziel – ihren landsleuten zu helfen, wenn es nötig ist.
Wie heißt es auf der Stirnseite des Feuerwehrgebäudes in Löbnitz und anderswo?

Gott zur Ehr
Dem Nachbarn zur Wehr

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