Soziale Netze


Neues von Taxi-Toni…

Wolfgang Anders


Unser alter Volkskorrespondent Taxi-Toni (Einer der Besten im Leipziger Westen.) berichtete uns in unserer geräumigen Redaktion bei einem Tässchen Gaffee seine letzten wertvollen Erlebnisse und Beobachtungen des täglichen Lebens.
Er profiliert sich derart als einer der genauesten literarischen Chronisten seit Egon Erwin Kisch, dem rasenden Reporter.
Ob Kisch auch Taxi-Fahrer war können wir gerade nicht sagen, aber es muß eine Art Seelenverwandtschaft bestehen. Hat Kisch doch auch und nicht zuletzt die Geschichte mit dem Leipziger Mendebrunnen…..nein? War der nich…?
Na gut, darüber lassen wir Taxi-Toni (Einer…) schreiben. Besser erzählen – wenn das nur nicht immer so weitschweifig wäre…
Bei Taxi-Toni (Ein…)!

Also: An einem Dienstag, dem …igsten November 2016 fahre ich eine nette junge Damen vom Adler nach Knauthain. Die hast du schon mal gefahren sprach ich zu mir und sodann zu der Dame.
Ich liebe nette, adrette, brünette Damen zwischen 17 und 71…
Wir unterhielten uns auf das Beste…worüber haben wir doch gleich gespr…

Auf der Rückfahrt ein Funkangebot der Zentrale: Lallendorf!
Ich gehackt (!) und sofort bekommen (Das ist Fachsprache, aber wohl dem Sinne nach auch dem Laien verständlich!):
Eine Frau Bihle (Name der Redaktion bekannt!) wartet in der Rats-Apotheke in Lallendorf, Leipziger Straße 2. Ziel: Thekla!
Das war so gegen 10:00 Uhr.

Na, denke ich so bei mir, wenn das man gut geht!

Der Witz: Die alte Dame, gut gekleidet, aber wackelig auf den Beinen, wollte tatsächlich nach Thekla und zwar ins Pflegeheim Krabbes in der Zschopauer Straße.

Infolge eines Wasserschadens in ihrer Wohnung hat man die Dame in der Kurzzeitpflege untergebracht.
Was war da nicht alles zu bemeckern:
Der Fernseher spielte nur auf drei Kanälen – wir hatten früher nur zwei – Ost und West! sagte ich kurz und schmerzlos.
Der Kaffee sei überhaupt kein Kaffee!
Als alter Kaffeesachse konnte ich das nachvollziehen. Ohne Gaffee gennen mir nich gämfen – sagten schon unsere Vorfahren.
Sowohl zu Napoleon, als auch zu Honeckern!

Thekla selbst habe nich mal ein Gasthaus!!!

Ja, Gottverdammich, dachte ich, was willst du denn in einem Gasthaus!

Die Damen war wohl mal was Besseres. Die Sprache verriet es nicht. Sie quasselte in einem unergründlichen Dialekt oder einer unbekannten Mundart.

Warum sie dann in der Apotheke in Lallendorf war?
Weil die eine Art Hustenbonbon („Wollense eins?“ Wir hatten aber gerade keinen Bedarf.), also eine Sorte Hustenbonbons…“nich so scharf!“…weil die also ein Hustenbonbon verkauften… „die Tüte 99,- Cent!“
Ich dachte, ich drehe durch!
„…und in der Kaufhalle in Thekla kosten die ein Euro sechsundsechzig!!!“

Aber die Fahrt, fragte ich, die kostet Sie hier und heute 47 Euro!?

„Na, junger Mann, das verstehen Sie nicht!“
???
„Ich fahre doch nicht wegen einer Tüte dahin, was denken Sie denn!“
Nein?
„Und außerdem haben die für mich noch die Apothekenumschau.“

Das beruhigt ungemein.
Und ich hatte mit der Route Knauthain, Lallendorf und Thekla halb Leipzig umrundet und konnte mich reinen Gewissens meiner Kaffeepause widmen.
Kaufhalle Lidicestraße, beim Bäcker Hennig.

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