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Red Bull Leipzig – offenes Training

Wolfgang Anders


Heute, Sonnabend, 5. Januar 2019, 11.00 Uhr findet das öffentliche Training unserer Roten Bullen statt.
Taxi-Toni (Einer der Besten im Leipziger Westen.) spielte mit – aber nur in Gedanken.
Er spielte wie alle Jungs, wie alle Leibzscher Räbchen, ebenfalls Fußball.
Mehr auf der Straße, an der Ecke, auf jeder Wiese mit jedem noch so großen Gegner…
Aber immer als großer Held. Und wir waren viele Helden…

Da unser Kollege Taxi-Toni (Einer der Besten…) schon etwas älter … also, er berichtet, er sei mehr als Torhüter, bestenfalls als linker, rechter oder Mittelverteidiger aktiv gewesen.
Auf jeden Fall eine Position, wo er nicht so viel, so oft und so schnell unterwegs zu sein hatte.

Auch wurde er nicht gerade umworben, wenn auf dem Schulhof die Jungs ihre Mannschaften zusammenstellten.

Das kam aber erst nach ein paar Bierchen zum Ausdruck und soll hier gedruckt eigentlich nicht vorkommen.

Mit seiner angetrauten Holden erschien er pünktlich auf dem Platze – Cottaweg 7.
Naß, kalt und ungemütlich. Eigentlich nichts für einen alten Mann.

Und dann kamen die jungen Helden vom grünen Rasen.
Der Klostermann, der Rangnik, der Werner, der … wie hieß der doch gleich?

Taxi-Toni kann auch nicht jeden kennen – und bei dem Wetter! Seine Brille ist beschlagen…

Das Torwart-Training fesselt ihn, hinten links, Gulaczi und der, der… Ja, der!
Ein Hilfstrainer steht da mit einer Art Schild für Zweihänder und pritscht den Ball auf kurze Entfernung gegen den Torwart.
Der hat energisch zu reagieren.
Klasse!

Weiter hinten üben die Profis einzelne Fußball-Elemente. Taxi-Toni nennt sowas Stationstraining, wie bei seinem verehrten Sportlehrer Horst Kaczmarek.
Das aber fand vor etwa 100 Jahren statt – in einer anderen Zeit.
Hier etwa, Cottaweg 7, wo jetzt modernste Trainingsanlagen stehen, war Ödnis zwischen dem alten Sportplatz, dem VEB Kraftverkehr Leipzig, und der Kleinmesse auf den Frankfurter Wiesen.

Der Cottaweg beherbergte in den 50 und 60ern des 20. Jahrhunderts den Polizeisport.
Ermatteten Kämpfern in zusammengewürfelten Uniformen durfte er die alten Gewehre hinterhertragen.
Sie kamen von einem militärischen Mehrkampf und brachen hier tot zusammen.
Also fast tot („Aber sonst kann ich das nicht an die Bild Leipzig verkaufen!“ meint unser Volks-Korrespondent Taxi-Toni (Einer der…).

Die Sportvereinigung Dynamo hatte hier zu tun und Taxi-Toni erlebte hier auf einem Fußballfeld noch die atemberaubende Sportart Feld-Handball.
Zuviel Laufen, zuviel Rennen – das war nichts für ihn.

Ein paar Jahre später ließ er am Rande der Spielfelder sein Pferd grasen – aber das ist eine andere (schönere) Geschichte!

Was wollten wir doch gleich…

Nach dem Stationstraining fanden wechselseitig ein paar kleine Trainingsspiele direkt vor unseren Augen statt. Dabei ging es voll zur Sache – fremde Laute hallten und schallten über den nassen Platz und drangen bis ans Ohr von Taxi-Toni. Als Sprachkundiger konnte er aber die lauten und leisen Laute keiner indogermanischen Sprache zuordnen.
Klostermann hat einen gewaltigen Antritt, Halstenberg spielt technisch und taktisch sehr gut, Sarachi ackert und Timo Werner hält sich vornehm zurück!

Wer, zum Kuckuck, ist dieser Lange mit dem Dutt?
Und wie heißt noch mal der kleine Farbige dorte?

Mist, langsam wird es kalt im Gebälk.
De Frau will unbedingt noch ein Autogramm von Yussuf Poulsen. Auch Poulsen hat sich mächtig engagiert.
Nun aber kommt er an die Bande und verteilt gerne seine Autogramme.

Timo Werner verläßt stillschweigend den Platz – die Kinder sind sauer.

Die Container-Toilletten sind vom Feinsten – und warm!
Und das Auto kalt.

Taxi-Toni spürt seinen Rücken und die Kälte und will nur noch nach Hause und bei Kaffee und Kuchen seinen ehrenamtlichen, chronisch-chronologischen, literarisch wertvollen Bericht schreiben.
Mal sehen, was die Redaktion dazu sagt…
…und Guido Schäfer?

Post scriptum: Ein Bild, Foto, können wir nur malen.
Oder wir bringen Taxi-Tonis Pferd, was er dadorten grasen ließ.
So um 1972. Sein Pferd, eine junge Stute des sächsisch-thüringischen schweren Warmbluts, Olive II.

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