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Schäfer-Weihnacht in Eilenburg

Wolfgang Anders


Schäferweihnacht

Montag, 27. November 2017
Bürgerhaus Eilenburg

Man muß kein Fan der sogenannten Volkstümlichen Musik sein, um die Schäfer zu kennen oder zumindest schon mal was von ihnen gehört zu haben.
Das sind doch die, die immer barfuß gehen…?
Genau, solche Barfüßer.

Und eben die spielten und sangen mit ihren Gästen auf der Bühne vor den zahlenden Gästen aus Eilenburg und Umgebung vor der Bühne, im Bürgerhaus zu Eilenburg.

Der erste Barfüßer kam – gewissermaßen als Entree – mit Umhang, Mütze und einem Hirtenstab, barfuß (Wer hätte das gedacht…) in den Saal, mitten im erwartungsfrohen Publikum zwecks Einstimmung.

Aber wo blieben die Schafe?

Gerade hier am Rande der Dübener Heide, am goldenen Muldestrand, hätte er so manches goldene Vlies bewundern können.
Der Autor dieser Zeilen, aber auch der Altherausgeber, hätten ihm durchaus Nachhilfe gegeben.

Gab es doch dahier, in Paschwitz, Doberschütz, Sprotta zu DDR-Zeiten eine Wanderschäferherde.
Gehörte zur LPG in dieser Gegend.
Aber auch in der KAP Authausen blökten Schafe und verrichteten ihr güldenes Werk.
Sie düngten den Boden und verdichteten ihn mit ihren Goldenen Hufen.

Dieser Barfüßer mit dem angehefteten Schäfer-Outfit bestieg sodann die Bühne, um dem staunenden Publikum zu erklären, daß diese sogenannten Schafe schon in der Bibel blökten, beim Evangelisten Lukas.

Sofort vertiefte sich der Autor (Alter Sachse und deshalb Atheist aus DDR-Zeiten!) in das Buch der Bücher.
Eine Luther-Bibel, wie sich das im Lande der Reformation gehört.

Wußte doch der Autor als gelernter und studierter Landwirt, daß in seiner Bibel sowohl der Evangelist Johannes der Säufer, als auch der Evangelist Thomas der Ungläubige vorkamen.

Und außerdem jede Menge Hirten, Schafe und anderes Getier.

Überraschung: Der Barfüßer im Umhang entpuppte sich als Richard Wiedl (Kenn`ich nicht!) und als leibhaftiger großer Bruder von Angela Wiedl – die kenne ich von Funk und Fernsehen.

Seine erste große Nummer: Das Wolgalied aus dem Zarewitsch von Lehar.
Wir glaubten eine Dissonanz im Anfang zwischen Stimme und Payback, äh Playback, herauszuhören, aber das kann auch der Akkustik oder aber der Technik dieses modernen Mehrzweckraumes geschuldet sein.
Bei den hohen Tönen befürchtete ich schon ein stimmliches Problem, aber der Meister überwand alle Höhen und Tiefen mit Bravour.

Beim vorwiegend betagten Publikum kam das Wolgalied sehr gut an.

(Der Autor muß gestehen, daß er sich als einer der Jüngsten fühlte – obwohl er straff auf die 90 zugeht!)

Die Schäfer, also die eigentlichen Künstler des Abends spielten und sangen ihre volkstümlichen Lieder professionell und streuten kurze Gedichte und Geschichten mit Bezug zur Weihnachtszeit ein.

Ihre beiden Gäste waren die schon genannten Wiedls.

Diese wurden sehr harmonisch in die Gruppe eingebunden und so gestalteten alle sechs Künstler einen wunderbaren Abend.

In der Pause verkauften sie an der Garderobe ihre CDs und vergaben Autogramme. Künstler zum Anfassen eben (Der Autor, schon etwas älter, konnte im Gedränge gerade mal in das Dekolleté von Angela Wiedl schauen – à la bonheur!).

Soweit unser künstlicher Bericht aus dem Kunstschaffen der Kunststadt Eilenburg…

Kann mir mal Einer den Unterschied erklären?
Wie?
Na, den Unterschied zwischen volkstümlicher Musik und Volksmusik!

Frohe Weihnacht und ein herziges Rendezvous mit einem blonden Christkind
wünscht
Sauhirt

(Da kann uns die angestaubte CocaCola-Werbefigur mit dem Breitbart und dem roten Mantel und dem bekifften Rentier Rudi Rednos gestohlen bleiben…)

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