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Thüringer Gebietsreform…

Wolfgang Anders


Gebietsreform in Thüringen

von Wolfgang Anders

Leipzig
8. Juni 2017

Ausgerechnet Thüringen, wo sich einige Gemeinden nunmehr wieder als „Landgemeinden“ bezeichnen.
Wie schön – Nomen est Omen, könnte man sagen.
Bezeichnet doch der historische Titel unserer bescheidenen virtuellen Zeitschrift mehr als nur ein Dorf – nämlich die LANDGEMEINDE.

Im Idealfall: Eine politisch weitgehende selbständige Verwaltungsgemeinschaft.

Ausgerechnet Thüringen knüppelt im Reformationsjahr eine Gebietsreform durch, die wohl kaum ein Thüringer ernstlich braucht – sagen wir mal gaaanz vorsichtig als alter Sachse (mit dem Blick nach Preußen!).

Die SUPERillu (Oder auch Super Ulli!) von heute – angeblich die Nummer 1 im Osten – schreibt auf den Seiten 16…18:
Gebietsreform in Thüringen
Ramelow unter Druck
Montagsdemo-Stimmung in Thüringen.
Bürger protestieren gegen die Pläne der Regierung Ramelow zur Gebietsreform. Seit 30. Mai verhandelt dazu auch der Thüringer Verfassungsgerichtshof – es liegen Klagen von Bürgermeistern und Landräten vor.

Gott sei Dank – meint der atheistische Schreiber dieser Zeilen – Gott sei Dank herrscht in Thüringen nur eine Montagsdemo-Stimmung!
Das kennt man ja aus Film, Funk und Fernsehen… Stimmung in der Wirtschaft hellt sich auf, oder die Witterung oder bei Depressionen oder…
Solange nur eine Montagsdemo-Stimmung herrscht – und auch nicht überall – und keiner wegen dieser läppischen Verwaltungskiste ernsthaft protestiert ist Polen noch nicht verloren…

Man könnte schon fragen, wie denn damals, nach der sogenannten Wiedervereinigung die Länder entstanden sind. Etwa so, wie CDU-Vogel, der Bernhard es schilderte: Am Straßenrand habe eine alte Frau gestanden und ganz ergriffen gesagt, daß sie das noch erleben dürfe – ihr Thüringen…!

Mir kommen die Tränen…
Wir armen Ossis durften ja die alten deutschen Länder kaum beim Namen nennen!
Also – bis zur „Gebietsreform“ von 1952.

Als Sachse kann nicht klagen. Sachsen hat unter Napoleon mehr verloren (Auch noch an die Preußen!!!), als 1945 unter Amerikanern und Russen.
Als Leipziger machten wir in den 80gern eben mal eine Exkursion in die ehemalige „Landeshauptstadt“ – nach Dresden. Nu!

Besonders aber als Leutzscher (Schämie!!! Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher!) leide ich ständig darunter, nunmehr als „AltWest“ oder so bezeichnet zu werden. Sowie protestiere ich hiermit völkerrechtlich gegen die Einvernahme des Dorfes Böhlitz-Ehrenberg nach Leipzig.
Dieses Industriedorf (Wo ich nie tanzen war, weil – sowas hamm die nich`!) ist nicht nur durch einen Bahndamm getrennt von Leutzsch!

Desweiteren protestiere ich vor dem Staatsgerichtshof zu Leipzig gegen die Eingemeindung der selbständigen Landgemeinde Leutzsch im Jahre 1922 durch den Rat der Stadt Leipzig.
Nu!

Nun also Thüringen!

(Wobei – da fällt mir ein: Die DDR-Länder bis 1952 und ab 1990 entsprechen bis heute mehr den alten deutschen Reichsländern, als im Westen, als in Westdeutschland – der Deutschen Bundesrepublik – oder so?)

Nu, nu!

Thüringen…Gustav Freytag (Müssense nich genn`n!) sprach von den Thuringe… das Land wo die Bauern auch zu DDR-Zeiten fleißig gearbeitet haben – wie vor einigen Jahren Dr. Klaus Kliem als Thüringer Bauernpräsident meinte.

Genau, können wir nur hinzufügen, und alle anderen auch…

In den angeblich „goldenen 20ern“ des letzten Jahrhundert wurde in Leipzig ein Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik etabliert. Als selbständiger Gerichtshof am Reichsgericht zu Leipzig.

Weiß aber keiner mehr, außer Erich Loest („Reichsgericht“), sowie Wolfgang Anders („Staatsgerichtshof“).

Man kann eben nicht alles wissen…

Nu, nu…

Viel konkreter aber als meine launigen Zeilen als chronischer Literat…pardon, als literarischer Chronist waren die Seiten 16 bis 18 im Super Ulli auch bloß nicht.

Macht nichts.
Die haben die Macht und wir wissen Bescheid – wenn`s mal wieder anders kommt!
Wissen ist MACHT.

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