Soziale Netze


Sagen der sächsischen Heimat: Der Tauchscher

Wolfgang Anders


Der Chronist besuchte als zarter Knabe dereinst einen Kindergarten in der Schützstraße 2 zu Leutzsch, einem Stadtteil im Westen von Leipzig.
Das war in den frühen 50ern.
Die lieben Kindergärtnerinnen, wir erinnern uns dankbar einer schwarzhaarigen Jutta und einer Leiterin namens Anita, ließen unsere Eltern wissen, wann im Kindergarten etwa Fasching oder Karneval oder der sogenannte Tauchscher gefeiert werden sollten.
Aus der Faschingszeit ist mir noch der Faschingsruf „Leibzsch escha!“ in Erinnerung.
Und der Tauchscher war für uns Kinder so was ähnliches.
Wir putzten uns an, zogen mehr oder weniger schöne Kostüme an und feierten, was das Zeug hielt.
Als Junge war ich ein Trapper oder ein Indianer oder so…
Mit der Gruppe zogen wir eigentlich wie jeden Tag los, im Wald aber war der Teufel los. Wir kämpften wie die Indianer, Cowboys und Ritter und Räuber und Gendarmen und wie die so kämpften !
Ein Glück, daß es damals noch keine Umweltschützer, grüne Besserwisser, und Bürokraten gab…

Ja, und was war nun eigentlich der richtige Tauchscher ???

Also, die Bürger von Taucha und die Pleißathener kämpften vor genau soundsoviel Jahren miteinander, besser gegeneinander um das Vorrecht Messen durchführen zu dürfen, das sogenannte Messeprivileg.
Kaiser Maximilian erteilte dies dem Rat der Stadt Leipzig und so können wir heute die schöne Tradition feiern.
Anläßlich des Tauchscher führen die Tauchaer nun jedes Jahr einen „Tauchscher“ durch. Ein besseres Volksfest mit weniger beeindruckendem Umzug.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.