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Sagen der sächsischen Heimat: Dor Pumphut

Wolfgang Anders


Aus dem sorbisch-wendischen Gebiet, aus der Lausitz, kam durch Sachsen ein Handwerksbursche (Den gleichen Weg nahm hundert Jahre später der Bäckerlehrling Erwin Strittmatter – aber das ist eine ander Geschichte! „Wer war Erwin Strittmatter? Von Wolfgang Anders. Leipzig 2005.) namens Martin Pumphut.
Er war ein wandernder Zimmermann, der als des Zauberns kundig galt.
Aus Wut auf die Gemeinde Mockrehna, die ihm nicht gut gesinnt war, soll er seine gewaltige Zimmermannsaxt gegen den Kirchturm geschleudert haben.

Die Axt ist heute noch zu sehen, wenn Du von Sachsen nach Preußen reist.
Von Eilenburg nach Torgau reitend, siehst Du die Kirche linkerhand mit der Axt im Gebälk.

Ein ganz Alter aus Mockrehna erzählte jedoch, daß der walkende und zaubernde Zimmermannsgeselle bei Arbeiten am Turme abgestürzt sei und – oh, Zauber! – im Fallen mit ganzer Kraft seine Axt in das Holz schlug und sich glücklich daran festhalten konnte.

Wir wollten den Pumphut, Martin mal fragen, aber der soll seit dem Ende des siebenjährigen Krieges verschollen sein.
Wie ein gewisser, schon angegrauter Leipziger namens Dieter Walz meinte, soll er im Stift Paderborn vom Teufel persönlich nach einem zünftigen Saufgelage abgeholt worden sein.
Da der Pumphut auch nicht ganz dumm war, traute er dem Teufel auch bloß nicht.
Erst als sich dieser ihm als schönes junges Weib näherte, fuhren sie gemeinsam in die Hölle.
Na denn, Martin Pumphut, guten Ritt !

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