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Sagen der sächsischen Heimat: Rück`mersch Dorf?

Wolfgang Anders


Der Wachberg in Rückmarsdorf ist eine alte keltische Kultstätte. Ein Hügel südlich vom Bienitz. Sicher auch eine Endmoräne aus der letzten Eiszeit oder nach irgendeinem Klimaschwindel entstanden…
Der Wachberg war für unsere Ahnen ein ebensolches Wanderziel, wie für uns der Bienitz.
Nachzulesen im Fahrten- und Wanderbuch des Leutzscher Schneidergesellen Helmut Otto Anders vom Langen Feld Nr. 2. Er wanderte mit seinem älteren Bruder jedes Wochenende in die nähere und weitere Umgebung von Leutzsch.
Das war in den Jahren 1934 bis 1936.

Die alten Kelten zogen wohl auch weiter…später siedelten sicher auch Slawen und danach Germanen hier in dieser furchtbaren oder auch fruchtbaren Gegend.
Noch später ackerten hier fleißige Sachsen. Möglicherweise eine Kreuzung von Slawen und Germanen oder so…

Und wie entstand nun dieser eigentümliche lange Name für dieses schöne sächsische Straßendorf?

Es heißt, als die Kelten abrückten, sagten sie zu den nachziehenden slawischen Jägern und Sammlern: „Mir rücken jetzt ab aus dem Dorf!“
Die Slawen mit ihrer interessanten Sprache und den vielen Zischlauten machten daraus „Rücken schetzt ab ausm Dorf“.
Als die alten sächsischen Germanen aus dem Harz, von der Saale hellem Strande, und aus dem alten Lips oder Lipsia oder Leibzsch kamen, fragten sie die slawischen Anwohner in ihren Hütten rund um den Wachberg, ob sie hier bleiben wollten oder abrücken aus dem Dorf oder wie oder was?

Die Slawen aber verstanden das noch in der Entwicklung begriffene feine Sächsisch noch nicht so gut und hörten die Frage raus: Rücken wir das Dorf?

Aus dem slawisch-sächsischen Sprachgemisch blieb der Satz mit der Frage stehen: „Rück`mersch Dorf?“.

Erst als die Schriftsprache Einzug hielt und Dr. Martin Luther seine Kirchenvisitationen abhielt blieb die Schriftform „Rückmarsdorf“ so stehen.

Schön!
Oder?

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