Soziale Netze


N U T Z T I E R H A L T U N G – Für jedermann. In Stadt und Land.

Wolfgang Anders


Not kennt kein Gebot!
In diesen Zeiten wollen wir uns nicht mit irgendwelchen Vorreden oder fragwürdigen Begründungen aufhalten, sondern gleich in medias res gehen.
Also zur Sache kommen!

Wenn die gute alte Kaufhalle (Normative Nutzungsdauer zu DDR-Zeiten 10 Jahre!!!) oder auch der schicke Supermarkt kein ausreichendes Angebot mehr hat, werden Sie sich fragen, wie Sie Ihre Familie ernähren sollen.
Die wenigen Einzelhändler, Fleischer, Bäcker, Gärtner vor Ort werden es nicht können.

Also, selbst ist der Mann, sprach Fräulein Faust und griff zur Kerze…..

Nein, und Entschuldigung, aber was tun?

Seit einigen Jahren beobachte ich am Elster-Saale-Kanal zwischen Leipzig-Lindenau und dem Bienitz hinter Rückmarsdorf-Burghausen, daß einige Landsleute mit Kind und Kegel, mit Lump und Strump, mit Fahrad und Hund, am Kanal, oder auch am Wegesrand und im Walde, nicht zuletzt auch am Felde, die Früchte der Natur sammlen und ernten.

Ein reiferes Ehepaar schlich am Kanal und suchte – ja, was suchten sie denn?

Eine Stelle, wo sie unbeobachtet angeln konnten, wie ich vom gegenüberliegenden Ufer aus beobachten konnte.

Warum nicht?

Ist doch auch bloß Mundraub – oder?

Eine aufwendig gestaltete Web-Site mit eben solchem Titel und auch Anliegen gibt solide Hinweise, wo und wann man Obst ernten kann.

Find ich gut.

Auf alle Fälle besser, als vor der Glotze zu sitzen und das Leben an sich vorbei ziehen zu lassen.
Oder auf einem Amt auf irgendeine Zuweisung zu warten.
Oder vor der Kaufhalle in der Schlange…

Es gibt – weiß Gott – genügend Obst und Gemüse, Waldfrüchte und Pflanzen am Wegesrand, die alle darauf warten geerntet und verbraucht zu werden.
„Rüttle mich und schüttle mich!“

Ja, doch! Ich komme!

Natürlich ist angeln und fischen in bewirtschafteten Gewässern verboten, wildern im Wald ebenso. Alles, was erkennbar einem Anderen gehört ist für uns alle tabu.

Aber, ehe meine Kinder verhungern, weil dieser fragwürdige Staat versagt hat, gehe ich raus und besorge was zu essen!
Egal wie!

Und – ich versuche selber zu machen, was zu machen geht.
Und das ist mehr als Sie glauben!

Gärtnern kann ja auch jeder – na ja, fast jeder.

Aber Tiere halten ist schon was anderes.
Man hat es schließlich mit lebenden Wesen zu tun, die auch immer und überall, ständig versorgt werden müssen.

Was können wir tun?

Ich gehe der Einfachheit halber von meiner Familie aus und von meinem Freund, dem Otto.
Otto ist Normalverbaucher und heißt auch so.
Er hat eine eigene Frau und ein Kind. Ob das auch ein „eigenes“ ist wissen wir nicht und kann uns auch egeal sein.
Seine Frau jedenfalls ist recht nett und kann schon kochen.
Das können heute nicht mehr all zu viele Frauen.

Otto Normalverbraucher und seine Frau und die nette junge Nachbarin Lieschen Müller wollen also etwas für ihren Kochtopf tun.

Sie wohnen in einem Mietshaus und haben kaum einen richtigen Keller. Viel zu warm, aber alles super gedämmt!
Im Waschhaus stehen Fahrräder.

Die Oma, drei Straße weiter, hat immer solche Pflanzen und Kräuter auf dem Balkon. Die weiß auch sonst recht gut Bescheid.

Was also können wir hier tun??

Gleichwohl – für Tiere, Kleintiere aller Art, benötigen wir Platz, Einstreu und Futter, sowie eine Möglichkeit, die Abfälle, Jauche, Gülle, Scheiße, problemlos zu entsorgen.

Dasselbe Problem hat die große Landwirtschaft auch.
Die haben aber andere Möglichkeiten.

Was will ich und was kann ich?

Eiweißversorgung

Für die Eiweißversorgung meiner Familie benötige ich unter anderem auch tierische Produkte.
Vegan oder vegetarisch kann leben wer will oder kann.
Ich nicht – ich bin ein Allesfresser, wie der Wolf!

Jeden Tag genügend Fisch zu angeln wird wohl nur den Wenigsten vergönnt sein.
Ist aber sehr gesund.
Wenigstens einmal in der Woche Fisch.

Esst Fisch und Ihr seid viele am Tisch!

Ein Frühstücksei und eine kleine Tasse warme Milch wäre optimal für Papa, Mama und den mißratenen Sohn und die pubertierende Tochte.
Auch für die junge nette Nachbarin und für Omma und Opa …

Das heiß für uns, daß wir eventuell auf dem Balkon ein paar Hühner – auch Zwerghühner – halten sollten.
Ein Huhn kann schlichtweg alle zwei Tage ein Ei legen.
Halten Sie immer drei, vier Hühner und sorgen Sie für einen gewissen Umschlag.
Sie sollten also dafür sorgen, daß auch mal ein reiferes Huhn – nicht Ihre Frau – in den Suppentopf wandert und durch Nachwuchs ersetzt wird.
In Notzeiten kann das schwierig werden.
Deshalb können Sie bei drei, vier, fünf Hühnern einen eigenen Hahn halten und darauf achten, daß eine oder zwei Hühner legen und brüten.
Ob Sie das auf dem Balkon können oder wollen, weiß ich hier nicht.

Jedenfalls wäre eine bescheidene Hühnerhaltung – auch anderes Geflügel – immer als Erstes zu überlegen.

Gegebenenfalls kann sich Ihre Familie oder auch Ihre Nachbarschaft im Mietshaus, im Reihenhaus, im Schrebergarten zusammenfinden und gemeinsam Hühner halten.

Wenn Sie sich in der Stadt (Die Dörfler sehen heute nicht viel besser aus!) auf eine gemeinsame Hühnerhaltung geeinigt haben, benötigen Sie einen Schuppen mit Waagerechten Stangen als Ruheplätze für die Hühner und ein paar Nester zum Eierlegen, später auch zum Brüten.

Eine Person muß die Hühner früh rauslassen und füttern, sowei die Eier abnehmen.
Arbeitslose und Hartz-Vier-Empfänger gibt es genügend. Heute soll es schon Hartz-Sechs-Empfänger geben.

Auf Ihrem Balkon sollten Sie wirklich nur drei, vier Hühner oder Zwerghühner halten. Dafür genügt ein selbstgebastelter Käfig.
Diesem Kleinbestand können Sie unbedenklich alle Küchenabfälle zur Verwertung anvertrauen, dazu täglich eine Schale frisches Wasser.
Als Einstreu genügen Sägespäne, Hobelspäne, Torf, Blumenerde und selbst alte Zeitungen. Weniger Hochglanz, sondern zellulosehaltige Tageszeitungen.
Die Einstreu sollte so gewechselt werden, daß die Tier nicht im Dreck stehen und keine Feuchtigkeit entsteht.

Die Einstreu sollte schon täglich gewechselt werden, auch um einer Geruchsbelästigung der Nachbarn vorzubeugen.

Dafür können Sie alle Abfälle aus der Einstreu kompostieren.
Einen Komposthaufen sollten Sie einrichten.
Immer und überall und für alles.

Hinter dem Mietshaus – wo möglich – oder aber im Schrebergarten.

Natürlich können die drei Zwerghühner auf dem Balkon auch mal raus. Die fliegen nicht gleich weg. Wer Zeit und Gelegenheit hat, kann seinen kleinen Bestand ruhig mit raus nehmen auf den Hof, auf den Wäscheplatz, in den Vorgarten oder wo auch immer.

Können wie einen etwas größeren Bestand – möglichst mit Hahn – im Garten, hinter dem Hause oder wo auch immer unterbringen, kann diese Unterbringung auch gut und gerne mit anderen Kleintieren kombiniert werden.

Beispiel: Wir errichten eine Schuppen mit einigen Hühnerstangen und Nestern, so bauen wir einige Karnickelbuchten gleich mit.
Es genügen dafür Kisten und Kästen, Kartons oder auch Obstkörbe, die am Boden aufgestellt werden, um den Kaninchen eine Zuflucht zu bieten.

Täglich frisches Trinkwasser in verschiedenen Tränken an verschiedneen Orten und Ecken sollte selbstverständlich sein.

Keine Diskussion mit selbsternannten Experten, die Kaninchen kein Trinkwasser geben, weil selbige dieses mit dem Futter aufnehmen würden.

Während Hühner nur scharren, graben Kaninchen in kürzester Zeit Baue und Gänge in den Boden.

Das wird zu beachten sein bei der Beschaffenheit des Schuppenbodens.

In einem größeren Schuppen mit entsprechendem Auslauf könnte sogar noch eine Ziege gehalten werden.
Es muß aber beachtet werden, daß die verschiedenen Tierarten ihre Ruhe- und Rückzugsräume haben und nicht vom Futter oder Wasser verdrängt werden.

Das muß man beobachten.

Wichtig ist uns, daß der Schuppen in der Nacht einen sicheren Ort bietet vor Diebstahl, Einbruch und aber auch vor Raubtieren und Schädlingen, wie Mardern, Füchsen, Ratten und Mäusen.

Deshalb ist auch unbedingt das Futter täglich zu wechseln, Wasser zu erneuern und Auslauf zu organisieren.
Die Hühner können täglich zu jeder Jahreszeit raus in den Garten, die Ziege natürlich auch.

Kaninchen habe ich selbst in kleinen Käfigen mit geeigneten Drahtflächen raus aufs Beet oder aufs Gras gestellt, damit sie frische Luft und grünes Futter bekommen.

Die Ziege – täglich gemolken – darf alles, weil sie mit der täglichen Milchleistung, die ja auch noch an die Trächtigkeit gebunden ist, den größten Futterbedarf hat.
Desweiteren sollen schon möglichst alle Tiere immer mal wieder an die frische Luft, um UV-Strahlen abzubekommen.
Wenn Sie also Hühner (Eier und Suppenhühner), Kaninchen (Sonntagsbraten) und Ziegen (Milch und Lammfleisch) halten können, sind Sie nicht schlecht dran.
Ihre Überschüsse werden Sie sicher in der Nachbarschaft günstig los.

Für unseren Otto Normalverbraucher mit seiner Umgebung rechne ich mal ganz grob mit einem halben Dutzend Hühner, ebensoviel Karnickel, sowei einer Ziege mit Nachzucht (ein Lamm).

Dabei gehe ich davon aus, daß die Frau von Otto Normalverbraucher, Omma und Opa ein paar Straßen weiter und auch Fräulein Lieschen Müller kochen und alle möglichen selbsthergestellten Produkte auch verwerten können.
Das aber, liebe Landsleute, stellt nur eine Ergänzung Ihres Speiseplanes dar. Und nicht die Grundlage.

Dazu gehört eben auch, Daß Sie mit Ihrer buckligen Verwandschaft in jeder Woche sehen, was Sie in der Natur noch so alles finden. Die Pilze im Herbst nicht zu verachten. Oder den Bärlauch im Frühjahr, den Löwenzahn den ganzen Sommer über …..
Obst und Gemüse – sowohl am Straßenrand, als auch im eigenen Garten.

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