Soziale Netze


TURF Spezial: „Arbeitspferde“

Wolfgang Anders


Eigene Glosse von uns selbst.
Hier und heute.

Taxi-Toni, einer der Besten im Leipziger Westen, least so gut wie alles, was nichts kostet.
Na, ja. Läuft gerade nicht so gut – das Taxigeschäft in L.E.!
Nach der Gründung einer neuen – einer vierten (In Worten 4.) Taxigesellschaft.
Dadurch sind es nicht etwa mehr Taxen in Leipzig geworden – mitnichten! – aber die Fahrten verteilen sich jetzt eben auf vier (In Worten 4) Funkzentralen.
Darüberhinaus hat Löwentaxi, auch noch die ganzen Flaschen von der Parfümbude übernommen, aber das ist eine andere Geschichte…

Nun findet unser Taxi-Toni, einer der Besten im Leipziger Westen, im Taxi die Auto Bild seines Konzessionärs Taxi-Nauke.
Und darinnen auf den Seiten 76 – 79 einen tollen Beitrag über Pferde. Also, über ein Pferd – ein Arbeitspferd.
Da es sich hier jedoch um eine Auto Bild-Zeitung handelt, ist das Arbeitspferd kein Pferd, sondern ein Auto.

Warum heißt das Pferd Pferd?
Weil man mit dem Pferd fährt!

Alter Reiterwitz vom Pferdefreund Taxi-Toni, der sich mit seinen reichhaltigen Einnahmen und Trinkgeldern, abzüglich diverser Bußgelder, sein Hobby finanziert.
Taxi-Toni geht gerne mal zum Pferderennen, sofern überhaupt noch ein solches stattfindet.
Mit umso größerem Interesse least er jetzt am Halteplatz 84 unter dem Titel „Ein echtes Arbeitspferd“ einen Bericht über einen Mercedes W 126, einen 500 SE, der seit 18 Jahren bei Trabrennen als Startwagen eingesetzt wird.
Unseren Taxi-Toni interessieren mehr oder weniger die Pferde.
Mit einem schweren Aufbau fährt der Startwagen los und die Traber sammeln sich für einen fliegenden Start mit Tempo 20 hinter dem fahrenden Startwagen. Nach der Startlinie beschleunigt der Wagen, fährt die Gitter ein und gibt die Rennbahn frei, die dann schon in eine Kurve mündet.
Und wer verfolgt nun in voller Karriere, mit 60 km/h diesen Wagen?
In diesem Beitrag sind es die sechsjährige braune Stute Smoky Girl, gesteuert im Sulky von Thomas Harloff in Hamburg-Bahrenfeld.

Dann aber überziehen die lieben Automobilisten:

Der Unterschied zwischen Traben und Galopp ist wie der zwischen einem Opel und einem Rolls-Royce. Auf Trabrennbahnen sieht man keine Damen mit riesigen Hüten.
Galopp, das ist Champagner, Traben Flaschenbier.

Na, meint Taxi-Toni, einer der Besten im Leipziger Westen, da sollten die mal nach Berlin-Mariendorf gehen!

…und weiter geht es mit dem Starterauto: „Yankee Man ganz außen, Voyana ganz innen und dann gibt Wagner mit der Hand Gas, und Lüthje lenkt in die Kurve ein, und dann beschleunigt er, und der W 126 setzt sich schnell vom Feld ab und die Zuschauer, ihre Wettscheine in der Hand, schauen nur noch auf die Pferde.“

Also, sagen wir hier und heute mal: Pferde sind Pferde und Pferdefreunde auch – oder so!
Die Galopper sind Englische Vollblüter und mehr als hundert Jahre alt und durch das englische Rennsystem mit dem Derby über 2400 Meter für qualifizierte Dreijährige, intensiv und konsequent gezüchtet worden.
Die Traber sind jünger, wurden aber auf der Grundlage der russischen Orlow-Traber und der amerikanischen Traber heute ebenso rein gezüchtet.
Für unseren Taxi-Toni ist die Galopp-Aktion genauso toll, wie die Dynamik beim Speed der Traber.
Und die Zocker auf allen Rennplätzen sehen überall so aus, wie wir sie vom Leipziger Scheibenholz, auf dem Dammplatz kennen: Männer jeder sozialen Schicht, mit Brille und billiger Zigarre, Stift und Zeitung in der Hand, und immer die gleichen Themen: Haste ma zwanzig Mark, der is` totsicher, ich geh`nur nach der Papierform, ich kenn`die Gäule gar nich! Haste schon gehört, der reitet nich`mehr für den, die ham`sich gestritten, der hatte was mit den seiner Alten!
Der? Der is`doch sowieso zu schwer, der reitet doch bloß noch im Training…der gann`jetzt ooch als Fahrer zu de Traber gehen, da gommts off`s Gewicht nich` an!

Zu guter Letzt teilt uns AutoBild auch mit, daß der Redakteur der Zeilen auf falsche Pferd gesetzt habe: Für „Alida Joy“ hätte es 24 Euro gegeben. Die Stute trabte aber als Zweite durchs Ziel.

Bleiben nur noch de Weiber.
Die sehen überall genauso aus und riechen auch so.
Und in Berlin-Mariendorf mindestens so aufgetakelt, wie in Großbritannien.
Aber in der Provinz eher gediegen.
Was der AutoBild-Redakteur besucht hat, waren offenbar Rennen in der westdeutschen Provinz, sogenannte ländliche Bahnen oder auch C-Bahnen.
Sowas hamm` wir nich hier in Mitteldeutschland.
Mir hamm`nur richtsche Rennbahnen, sinn aber och bloß Pleite.

Leck` mich am Arsch, meint Taxi-Toni noch kumpelhaft zum Schluß.
Na gut, sagt sich der hiesige Redakteur und verhält sich danach…
Tschüß !

Noch ein bißchen Eigenwerbung:

„Wolfgangs Pferdewelt“
Bilder-Kalender 2007 & Broschüre
Landgemeindeverlag Leipzig

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