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Die Landgemeinde


In den „Goldenen Zwanzigern“ des vergangenen Jahrhunderts übernahm der ehemalige preußische Landrat Dr. Dr. Günther Gereke-Pressel die Zeitschrift „Die Landgemeinde – Zeitschrift der Landgemeinden“.

Es hat ihn damals eine Stange Geld gekostet. Aber Gereke war jung, dynamisch und durchaus erfolgreich!

Diese Zeitschrift diente ihm beim ehrgeizigen Aufbau seines Verbandes der preußischen Landgemeinden in Berlin.

Als Präsident dieses Verbandes kämpfte sich Gereke ganz nach oben.

Als Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung wurde er in das Kabinett Schleicher, seines väterlichen Freundes, aufgenommen und mit der Berufung eines Adolf Hitler zwangsläufig in dessen Kabinett übernommen.

Unsere These lautet in der Retrospektive:

Als Reichskanzler zu jung und ohne Halt durch eine einflußreiche Familie, sowie fehlende Verbindungen zur Schwerindustrie, war Gereke noch keine erste Wahl als Reichskanzler.

Als möglicher Bundeskanzler nach dem Kriege wurde er von dem alten Fuchs Dr. Konrad Adenauer weggebissen.

Adenauer war sein Gegenspieler und Parteifreund – also Feind – vor und nach dem Kriege.

Die Zeitschrift wurde etwa im Jahre 1934 auch im Zuge des Parteispendenprozesses gegen Gereke eingestellt – aber das ist eine andere Geschichte!

Gereke starb hochgeachtet im Jahre 1970 in der DDR.

Er war eine schillernde Persönlichkeit, ein glänzender Rhetoriker, ein engagierter evangelischer Christ und Preuße, zuletzt Präsident der Zentralstelle für Leistungsprüfungen und Vollblutzucht der DDR.

Schon als Kind haben wir ihn im Leipziger Scheibenholz gesehen – ein stets korrekt gekleideter hagerer Herr mit Fernglas.

Die Leipziger Socker liebten ihren alten Gereke als vorzüglichen Pferdekenner und als gerechten Pferdesportfunktionär, wenn es um die Klärung diffiziler Fragen auf der Rennbahn ging.

Wichtiger ist uns aber die historische und kommunalpolitische Dimension der alten Landgemeinde, die wir hiermit ins Bewußtsein der interessierten Leser rücken möchten.

 

Wolfgang Anders
Leipzig, Januar 2016