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Neues vom NUKLA

Wolfgang Stoiber, NUKLA


Naturschutz und Kunst – Leipziger Auwald e.V.

“Selbst ohne Deiche würde Leipzigs Auwald nicht wie erhofft geflutet” LVZ vom 9.6.2019
Publiziert am 11. Juni 2019 von Wolfgang Stoiber, NUKLA

Szenarien durchgespielt: Die Deiche müssten weg, dann werde es dem sonst zu trockenen Leipziger Auwald schon wieder gut gehen, lautet eine der gängigen Formeln von Umweltschützern. Die Landestalsperrenverwaltung hat das jetzt aufwändig simuliert. Ergebnis: Es stimmt nicht. Ein Artikel von Jörg ter Vehn.
NuKLA antwortet wie folgt: Der Artikel bezieht sich auf die Untersuchung von Flutungsmöglichkeiten und deren Auswirkungen im nordwestlichen Teil des Leipziger Auwaldes. Durch die LTV beauftragt seien 3 Varianten gerechnet worden – deren aller Manko es ist, dass sie davon ausgehen, dass der Leipziger Gewässerknoten in seinem verbauten Ist-Zustand unberührt bleibt, die Hauptmenge des Wasser, das eigentlich in die Burgaue gehört, also weiterhin in der künstlich angelegte Neue Luppe abgeleitet und an der Burgaue vorbeigeführt wird. Für diesen Fall hätte es keiner aufwenigen Rechnungen bedurft, um zu konstatieren, dass damit bezogen auf naturnahe hydrologische Dynamik durch “Schleifen” oder Schlitzen der Deiche für die Fläche der Burgaue nichts erreicht werden kann. Bereits augenscheinlich erschließt sich, dass die Betten der Neuen Luppe und der Nahle sich inzwischen so tief eingegraben haben, dass eine Veränderung an den Deichen nur in Ausnahmefällen etwas bringen würde. Eine solche Forderung, die DEN Naturschützern undifferenziert in den Mund gelegt wird, wäre also grundsätzlich schon im Ansatz falsch. Richtig ist hingegen, dass alle Leipziger Verbände in einem gemeinsamen Papier zur Lebendigen Luppe fordern, dass dieses Projekt, theoretisch zur Wiedervernässung der Burgaue gedacht und als solches “verkauft”, wenn überhaupt, dann mit deutlich größeren Wassermenegen umgesetzt werden müsste, um annähernd hydrologische Dynamik zu initiieren. Eine (derzeit nicht in Aussicht stehende) Umsetzung der bisherigen Planungen des Projektes werde dies keinesfalls erreichen können. NuKLA fordert außerdem, im Rahmen einer Umgestaltung des gesamten Leipziger Gewässerknotens vor allem auch die Neue Luppe “anzufassen”, die fast das gesamt Wasserdargebot der dortigen Aue “schluckt” und mit hoher Geschwindigkeit an den eigentlichen Auenflächen wie eine Drainage vorbeiführt. Der Leipziger Gewässerknoten ist ein hoch kompliziertes Ergebnis ingenieurtechnischer Anstrengungen, der jedoch in dieser Form ökologische Flutungen unmöglich macht: selbst das Projekt Lebendige Luppe liegt, trotz aller Bemühungen, auf Eis, weil sich keine Möglichkeit finden lässt, selbst die für eine Auenökologie viel zu gering geplanten Wassermengen ins Projekt zu bringen. Vielleicht ein Segen und Anstoß dafür, tatsächlich nicht erst in 60 Jahren, wie von der Stadt Leipzig in Aussicht gestellt, das Ganze in Angriff zu nehmen, die Leipziger Auengewässer, da wo es geht (und es gibt reichlich Potential!) aus dem Beton zu erlösen und ihnen wieder Raum und damit den hiesigen Auen und ihrer natürlichen Biodiversität und Dynamik der Artenzusammensetzung eine Chance zu geben?

Das Lamento um die Gefährdung der Landwirtschaftsflächen der Agrargenossenschaft Gundorf im Falle von Flutungen ist demagogisch und gehört vor dem Hintergrund von Klimawandel, Artensterben und steigendem Trinkwasserbedarf mit geringer werdenen Niederschlagsmengen auf den Sperrmüll der Argumentationen: diese Flächen sind Auwaldflächen, sie liegen im Naturschutz- und Trinkwassereinzugsgebiet! Eine konventionelle landwirtschaftliche Nutzung inkl. Gülleverklappung und Einsatz von Glyphosat verbietet sich dort schon lange! Idealer Weise sind die Flächen Eigentum der Stadt Leipzig: damit steht ihrer Rückführung in Naturschutz- und Retentionsflächen für die Aue nichts mehr im Wege. Für die diesbezügliche Intitiative sei ihr bereits an dieser Stelle gedankt!

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