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Nicht mein Grundgesetz

Wolfgang Anders


Nicht mein Grundgesetz

Das ist nicht mein Grundgesetz, auf dem ich als alter Ossi seit 70 Jahren stehe, Herr Peter Frey, wie Sie gestern Abend als ZDF-Chefredakteur zu kommentieren beliebten. Zu dieser Zeit lebten in der „Zone“ etwa 20 Millionen Deutsche, Kriegsheimkehrer und Vertriebene!
Nach meinen bescheidenen Erfahrungen waren die weniger an Ihrem Verfassungsersatz interessiert, noch an der Gründung von zwei deutschen Teilstaaten. Schon zu diesem Zeitpunkt, also vor rund 70 Jahren, wurde das Potsdamer Abkommen von den Alliierten gebrochen! Einmal mit der Weggabe von Stettin, zum anderen mit der Gründung der deutschen Bundesrepublik.

Im Herbst 1946 legte die gerade gegründete SED einen Entwurf für eine gesamtdeutsche Verfassung vor.
Man orientierte sich dabei durchaus an der Reichsverfassung vom 11. August 1919.
Die Alliierten hätten auch diese Reichsverfassung wieder in Kraft setzen können, wenn es ihnen ernst gewesen wäre mit einem Deutschland als Ganzes, wie es noch im Potsdamer Abkommen hieß.
So aber wurde der SED-Verfassungsentwurf gar nicht erst ernsthaft diskutiert. Die sodann gegründete DDR aber hielt an der Wiedervereinigung bis etwa zum Mauerbau fest.
Die Sowjetunion, noch unter Stalin, bot im Jahre 1953 einen Friedensvertrag an.
Auch dieser Vorschlag wurde unter dem alten Separatisten Adenauer nicht ernsthaft ausgelotet.
Dafür konnten sich die Österreicher über den Staatsvertrag von 1955 freuen.

Nein, wir Leipziger, wir Sachsen, wir Ossis haben kein Grundgesetz zu feiern.
Selbst mit der sogenannten Wiedervereinigung wurde die historische Chance vertan, Friedensvertrag, Verfassung und offene Grenzregelungen einvernehmlich – auch mit Kompromissen – zu regeln.

Die Bürgerbewegten der DDR, wie der Dr. Wolfgang Ullmann, mahnten den Grundgesetzauftrag der „Verfassungsgebung in freier Selbstbestimmung“ gemäß Grundgesetz an und wurden von Dr. Wolfgang Schäuble abgebügelt.
Schäuble, der Mann, der den Einigungsvertrag mit sich selbst abschloss – so die nie luegende Presse später. Da hatte die Lügenpresse wohl mal recht.

Nein, Herr Frey, Herr Jung (Der Herr der herrenlosen Grundstücke in Leipzig!), Herr Bundespräsident, das ist nicht mein Grundgesetz, nicht meine Verfassung, nicht mein Staat (Eine GmbH, stimmt denn das, Herr Gabriel?).

Und Europa ist wohl seit dem Urknall ein Kontinent und reicht bis zum Ural und kein Verein von Gnaden der Herrschenden.

Sehenswert das Video von Rezo über die „Zerstörung der CDU“.

Einigen Granden hat es offenbar schon die Sprache verschlagen.
Mit fachlichen Argumenten können sie jedenfalls nicht aufwarten.
Auch wenn die Jugend das mit dem Kohlenstoff-Dioxid nicht so richtig versteht.
Fehlende naturwissenschaftliche und technische Kenntnisse über wesentliche und immerwährende Kreisläufe in Natur und Materie lassen sich nicht durch ein Video ersetzen.
Die Bildungsdefizite – für uns Ossis seit der Wende – weisen besonders CDU-gefuehrte Bundesländer auf, wie Rezo locker nachwies.
Wir Ossis sind eben eine Gesellschaftsordnung zurückgefallen. Mindestens. Gregor Gysi meinte in einer Gesprächrunde, wir seien bis ins Mittelalter zurückgefallen.

An einigen Zuständen sind wir auch selbst schuld.
Zu großzügig, zu vertrauensselig haben wir die Mächtigen herrschen lassen.
In Ost und West, in Nord und Süd.
Die Wahlen werden nicht viel bringen.
Dennoch werde ich diese oder jene kleinere Partei wählen und den Wahlzirkus kritisch beobachten.
Was habe ich auf der erweiterten Helmholtz-Oberschule bei Dr. Curt Beyer gelernt?

Wer um sich haut und Gott vertraut,
der hat nicht auf Sand gebaut.

Post scriptum: Man beachte die ultimative Lobhudeleien über das GG in der jüngsten Ausgabe des STERN!

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